Ars Electronica Festival 2015 Der Zukunft wieder einen Schritt voraus!

Hervorgehoben

timetablede

                                      

Ars Electronica blickt wieder in die Zukunft! Weiterlesen

Ein chinesischer Tempel zu Besuch in Salzburg

Hervorgehoben

Zhang Huan „My Temple“

bis 29. September 2015

Die Salzburg Foundation präsentiert das zweite Kunstprojekt Krauthügel in Salzburg. Das Kunstprojekt Krauthügel ist eine auf fünf Jahre angelegte Kooperation zwischen der Salzburg Foundation, der Erzabtei St. Peter und der Stiftung für Kunst und Kultur e.V. 2014 war Tony Cragg der erste Künstler der seine drei einzigartigen Bronzeskulpturen „Points of View“, „Runner“ und „Mixed Feelings“  auf dem Krauthügel präsentierte. Weiterlesen

Salzburger Festspiele und seine nie gebauten Festspielhäuser….

Poelzig Hans (1869-1936), Festspielhaus Salzburg: 3. Projekt, perspektivische Ansicht. Druck auf Karton, 80,5 x 177,9 cm (inkl. Scanränder). TU Berlin Architekturmuseum Inv. Nr. 2778.

…und man hat sich entschlossen anlässlich des 100 Jahr – Jubiläums der Salzburger Festspiele einen Wettbewerb auszuschreiben, zu nie gebauten Festspielhäuser.

Die zahlreichen in den vergangenen 130 Jahren angedachten Bauplätze und Planungen für Festspielhäuser zeigen, welch große Bedeutung dem Bau eines solchen Festspielhauses seit jeher zugemessen wurde.

Die Salzburger Festspiele ereignen sich alljährlich in diesem Raum (Felsenreitschule, Haus für Mozart), in dem sich einst Mozart Salzburg Existenz abgespielt hat. Es war gar nicht so geplant gewesen – im Gegenteil, ganz und gar anders -. Die Festspiele aber sind in die alte Stadt hineingewachsen und die Festspielstätten aus Provisorien, aus Umbauten und Zubauten allmählich entstanden.

Vier Festspielhausentwürfe dieser nicht realisierten Archtitekturprojekte wie Mönchsberg, Schlosspark Hellbrunn, Kapuzinerberg und Mirabellgarten werden durch Interventionen von KünstlerInnen und ArchitektInnen im öffentlichen Raum sichtbar und erlebbar gemacht.

Zwei Projekte stechen durch eine interessante Formgebung besonders hervor.

Esther Stocker, Isa Rosenberger (Stocker Projekt Knitterskulptur und Rosenberger Portalrahmen)
© SF/Anne Zeuner

Da ist zum Beispiel das Projekt von der Südtiroler Künstlerin Esther Stocker (lebt in Wien) besonders hervorzuheben: Dreiteilige Knitterskulptur für den Mönchsberg eine Intervention zum Mozart-Festspielhausprojekt am Mönchsberg, 1890 (Atelier Fellner & Helmer, Wien)Mit dieser dreiteiligen Skulptur inszeniert Esther Stocker den Raum, verschiebt die Wahrnehmung und macht ihn für die BesucherInnen neu erlebbar. Die „zerknüllten Entwurfsideen“ thematisieren Ordnung und Unordnung, System und Systemzerstörung. Darüber hinaus stellen die Skulpturen unter Nutzung von Texten aus dem Jahr 1890 einen direkten Zusammenhang mit dem geplanten Festspielhaus her“. (Jurybegründung)


Die Architekten Fellner & Helmer (Wien) richteten 1890 das Mozart-Festspielhausprojekt
© Salzburg Museum

Dieser Entwurf präsentiert eines der drei Teile von Esther Stockers „Dreiteiliger Knitterskulptur“: Diese zeigt …
© Esther Stocker

Das zweite interessante Projekt stammt von der Salzburger Künstlerin Isa Rosenberger (lebt in Wien) und hier handelt es sich um einen Portalrahmen für den Mirabellgarten und ist eine Intervention Festspielhausprojekt im Mirabellgarten, 1950/51 (Architekt Clemens Holzmeister, Ankara). Isa Rosenberger setzt mit ihrem Entwurf ein sehr reduziertes Zeichen in den überaus gestalteten Mirabellgarten, das einen wichtigen Kontrapunkt zur Umgebung darstellt. Die Höhe des Objekts in Anlehnung an Holzmeisters Entwurf erinnert an das geplante historische Konzept und verändert den Blick auf den Stadt- und Parkraum sowie die Wahrnehmung des Raumes. Sie schafft mit dem geplanten Objekt eine benutzbare Bühne, um für die BesucherInnen neue Blickpunkte und Sichtweisen erfahrbar zu machen. (Jurybegründung)

Clemens Holzmeister rückte beim Musik-Olympiaden-Projekt (1950/51) über die …
© Joseph Gregor, Clemens Holzmeister 1953, S. 42
Isa Rosenberger greift mit der Intervention „Portalrahmen für den Mirabellgarten“ …
© Isa Rosenberger

Sind wir gespannt wie die Projekte dann in Real rüberkommen. Besichtigen kann man die Projekte zwischen Mitte Mai bis Ende Oktober 2020 an ihren jeweiligen Standorten.

BILDKULTUR AMERIKAS…

Ausstellungsansicht_Andy Warhol bis Cindy
Sherman_ Blick in die Ausstellung „Andy Warhol bis Cindy Sherman. Amerikanische Kunst aus der Albertina“, 19. Nov. 2019 bis 29. März 2020, Schlossmuseum Linz
© Oö. Landesmuseum, A. Bruckböck

Im Schloss Museum in Linz läuft zur Zeit die Ausstellung ANDY WARHOL BIS CINDY SHERMAN – AMERIKANISCHE KUNST AUS DER ALBERTINA bis 29. März 2020

Betritt man den Ausstellungsraum, drängt sich bereits ein riesengroßer Schriftzug auf der Ausstellungswand auf. WARHOL BIS SHERMAN amerikanische Kunst aus der Albertina

Einblick von der Pop_Art  bis zur Post-Moderne und so bestimmen die Bilder von Amerika die Bilder der Unterhaltungsindustrie: vom Film und Fernsehen bis zur Werbung und Zeitung. In der Ausstellung werden über 100 Werke der amerikanischen Kunst von 1960 bis heute gezeigt. Es sind Arbeiten von den Künstlern Andy Warhol und Robert Rauschenberg über Alex Katz bis Robert Longo und Cindy Sherman. Sie begleiteten und kommentierten diesen Wandel der Gesellschaft mit radikal neuen ästhetischen Strategien und künstlerischen Techniken.

Eine Wand zeigt Andy Warhols erste politische Arbeiten von MAO-TSE-TUNG, 1972 Siebdruck. Warhol schuf die 10 Porträts der Mao-Porträtserie, um nicht nur seine politischen Ansichten offen darzulegen, sondern auch, um die kontrollierte Propagandamaschine des chinesischen Kommunismus zu kommentieren.

Andy Warhol
Mao-tse-Tung, 1972 Siebdruck Albertina, Wien – Dauerleihgabe Österreichische Ludwig-Stiftung für Kunst und Wissenschaft © The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts, Inc. / Licensed by Bildrecht Wien, 2019

Ab Mitte der 1950er Jahre entstand die Pop Art als bewusste Abkehr von der Malerei des Abstrakten Expressionismus. Alltägliche bisher nicht kunstwürdig geltende Gegenstände wie Suppendosen, Werkzeuge oder Automobile dominieren die Bildwelt der Pop Art.

Andy Warhols Themen konzentrierten sich oft auf Dinge und Menschen, die in der Öffentlichkeit berühmt waren. Warhol hatte als Schaufensterdekorateur begonnen und galt als einer der besten Grafiker auf der New Yorker Madison Avenue, damals eine Hochburg der Werbeagenturen. Seine Illustrationen erschienen in Modezeitschriften wie Harper’s Bazaar. Warhol wollte jedoch in der Welt unter der „echten Künstler“ Fuß fassen, welches ihm auch gelang. Er ging von den Illustrationen zu Ölgemälden über und so ergab sich ganz natürlich, dass er Gegenstände auswählte, die ihm am vertrautesten waren. Konsumgüter wie Coca-Cola und die Campbell’s Suppe. Diese Arbeiten befinden sich ebenfalls in der Ausstellung.

Ein weiterer interessanter Künstler wird in dieser Ausstellung gezeigt. Nämlich: Alex Katz, er ist ein amerikanischer figurativer Künstler, der für seine großen Gemälde bekannt ist, deren kühne Schlichtheit und gesteigerte Farben heute als Vorläufer der Pop-Art gelten. In dieser Ausstellung ist das Werk Anne, 1990 zu sehen, eine Dame in Schwarz gekleidet, wo ein schmaler Strich in Rot bei dem schwarzen Mantel hervorblitzt, unter der Schwarzen Pelzkappe drängt sich ein selbstbewusstes Gesicht in den Vordergrund.

Alex Katz, Anne 1990 Foto: Christa Linossi (von der Ausstellung)
Alex Katz Blue Umbrella, 1979–80 Lithographie ALBERTINA, Wien © Bildrecht, Wien, 2019

Ebenso zu sehen ist ein weiteres Werk von Alex Katz Blue Umbrella . Ein ausdrucksstarkes Bild: der Regenschirm im inneren Blau und die Regentropfen die auch kurz das Gesicht, so scheint es, treffen. Der Ausdruck der Dame, eher nachdenklich und der Gesichtsausdruck lässt auch Trauigkeit erkennen. Sei es wegen des Regens oder war ein Abschied die Ursache?

Chuck Close
Self-Portait, 2009 Digitaldruck von Daguerreotypievorlage Albertina, Wien © Chuck Close

Imposant ist auch das Self-Portrait von Chuck Close. Chuck Close ist ein US-amerikanischer Künstler und einer der bekanntesten Fotorealisten in den USA. Für seine großformatigen Porträts hatte er internationale Anerkennung gefunden. Er arbeitet mit großen Polaroid-Fotografien und half, die Kunst des Porträts wiederzubeleben, als abstrakte Kunst der letzte Schrei war. Seine frühen Arbeiten sind in einem photorealistischen Stil in Schwarz und Weiß gemalt. Close geht beim Malen nicht von der Realität aus, er orientiert sich an der indirekten Realität des Fotos und mit Hilfe eines Rasters zerlegt er jedes Foto und überträgt auf diese Weise auf die Leinwand. Ein Künstler von besonderer Begabung trotz seiner Legasthenie und Prosopagnosie (Unfähigkeit, sich an Gesichter zu erinnern), was auch seinen Stil maßgeblich beeinflusst hat. 1988 erlitt er dazu noch einen Wirbelsäulenschlag, der ihn vom Nacken abwärts lähmte, angewiesen auf einen Rollstuhl, war er fest entschlossen, trotz der Einschränkungen seiner Behinderung mit dem Malen fortzufahren.

Ebenso vertreten in der Ausstellung ist der Künstler Robert Longo (geboren 1953 in Brooklyn und wuchs in Long Island, New York, auf) Er ist für seine monumentalen fotorealistischen Bilder bekannt. Kraftvolle, dynamische Kohlezeichnungen, die einen durch die virtuose Technik und die Bild- Mächtigkeit des Motivs in Ihren Bann ziehen. Die Plastizität der Dinge und die Tiefe des Raumes werden durch die dramatischen Licht- und Schatteneffekte der Kohlezeichnungen betont.

Robert Longo „Jonathan“ 1988 Lithografie / Foto: Christa Linossi

Die Ausstellung der Albertina im Schlossmuseum Linz verdeutlicht, wie sehr unsere Vorstellungen von Wahrheit und Wirklichkeit, von Tatsachen und Fake News, von der Bildkultur Amerikas und dem konsumorientierten „American Way of Life“ nach dem Zweiten Weltkrieg bestimmt wurden.

Die aus den Sammlungen der Albertina ausgewählten fünfzehn Künstler/innen – von Andy Warhol, Robert Rauschenberg, Alex Katz und Roy Lichtenstein bis zu Eric Fischl, Robert Longo, Cindy Sherman und David Salle – haben gemeinsam, dass sie die Wirklichkeit nicht mehr direkt studieren und wiedergeben, sondern die Realität nur vermittelt über bereits existierende Bilder wahrnehmen.

Die Pop-Art Szene bezog ihre Bilder aus den Magazinen und der Werbung und brauchte nicht unmittelbar vor dem Motiv zu malen. Auch Rauschenberg collagierte nur, was er bereits in der Bilderflut der Massenmedien vorfand. Der Begriff der unmittelbaren Erfahrung hat sich im Zeitalter der Medialisierung aufgelöst.

Kunst zeigt nicht nur die Wirklichkeit sondern will auch die Wirklichkeit verändern!

Zum erstenmal in der Geschichte des Oberösterreichischen Landesmuseum, kommt es im Rahmen einer Großausstellung zu einer Kooperation mit der Albertina Wien. Die Ausstellung „Andy Warhol bis Cindy Sherman. Amerikanische Kunst aus der Albertina“ setzt das breit angelegte Themenspektrum der Sonderausstellungen im Schlossmuseum Linz fort.

Prädikat: die Ausstellung ist sehenswert

Einen erfolgreichen Start ins Neue Jahrzehnt 2020 wünsche ich allen meinen Lesern und Leserinnen.

LIGHTNESS (2012) © Arbeit von Christa Linossi

I wish all my readers and readers a good and successful start into the new year 2020

A Mind of Winter

Künstler: Walter Martin & Paloma Muñoz

Walter Martin & Paloma Muñoz Low Tide, 2009 (Ebbe) Aus der Serie Islands Chromogener Abzug auf Acrylglas montiert Courtesy Walter Martin & Paloma Muñoz und Galeria Isabel Hurley

Eine interessante Ausstellung wird bis 26. April 2020 im Rupertinum – Museum der Moderne Salzburg präsentiert. Es handelt sich um eine monografische Ausstellung des Künstlerpaares Walter Martin & Paloma Muñoz. Ihr Markenzeichen: surreale Landschaftsdioramen (in die Tiefe gebautes Schaubild mit plastischen Gegenständen) mit absurd-bizarren Szenen.

Walter Martin & Paloma Muñoz Cold Front, 2005 (Kaltfront) Aus der Serie Cold Front Chromogener Abzug auf Acrylglas montiert Courtesy Walter Martin & Paloma Muñoz

Das Künstlerpaar er Walter Martin Amerikaner (*1953 Norfolk, VA, US) und Paloma Muñoz Spanierin (*1965 Madrid, ES) arbeiten seit 1993 zusammen. Bekannt wurden sie durch ihre Fotografien und Skulpturen, die surreale Landschaftsdioramen mit absurd-bizarren Szenen zeigen.

A Mind of Winter im Rupertinum vereint neben 16 Schneekugeln von etwa 20 cm Größe und rund 50 großformatigen Fotografien zusätzlich eine Auswahl von ortsspezifischen Installationen.

Die Ausstellung zeigt gläserne Schneekugeln – wir kennen sie doch alle die kitschigen Kugeln, besonders zur Weihnachtszeit werden sie auf den Adventmärkten angeboten, jedoch mit Winterlandschaft und Weihnachtsmann.

die kitschigen Weihnachtskugeln, die wir alle kennen Foto: © Christa Linossi

Betritt man den Raum, ist der erste Blick auf eine Vielzahl von hellen gläsernen Schneekugeln, die den dunklen Raum beherrschen.

csm_07_A_Mind_of_Winter_Snow_Globes_ Foto: Rainer Iglar

Am Anfang hat man sehr wohl das Gefühl, man befindet sich in einer Kitsch-Welt. Jedoch „Mit ihren ‚lustigen Albträumen‘ unterwandern Martin & Muñoz die nostalgische Anmutung von Schneekugeln und trotzdem wird man gleich eines Besseren belehrt, den bei genauem Betrachten der Schneekugeln, entpuppen sich die Kugeln in eine schaurig-schöne Wildnis und äußern gleichzeitig ihre Vorliebe für die künstlerische Verarbeitung in der Figuren in oft ausweglosen Situationen gestrandet sind oder ermordet werden. Das kitschige Souvenir wird zur Bühne eines schwarzen Humors in einer Liliputwelt, welche mit großer Sorgfalt und Liebe zum Detail gearbeitet wurde. Das interessante an der ganzen Sache ist, obwohl skurril und schaurig zugleich, sieht man es nicht abstoßend, sondern man kann dabei schmunzeln und sich in Gedanken verlieren, was wollen die Künstler damit wirklich ausdrücken. Vielen Szenen ist eine gewisse Absurdität eigen, die die Tragikomik auf menschliche Verhältnisse verweisen und auf die Unsicherheit menschlicher Beziehungen, sowie in die Abgründe der Psyche tauchen.

Walter Martin & Paloma Muñoz Traveler 338, 2018 (Reisende_r 338) Aus der Serie Snow Globes Schneekugel Courtesy Walter Martin & Paloma Muñoz
Walter Martin & Paloma Muñoz Traveler 262, 2009 (Reisende_r 262) Aus der Serie Snow Globes Schneekugel Courtesy Walter Martin & Paloma Muñoz

Ein weiteres Highlight dieser Ausstellung ist, die Utopia Work Station. (hier handelt es sich um eine Spezialangefertigte lebensgroße Schneekugel, PVC-Tisch mit Stuhl, Schreibmaschine, Stapel weißes Papier, Papiermistkübel Ø 350 cm, Eingang 200 cm) lt. Auskunft der Künstler Walter Martin & Paloma Muñoz ist bei einer klassischen Schneekugel nur der Blick von außen nach innen möglich. In Utopia Work Station ist das anders: Hier sitzen die Besucher_Innen in einer aufgeblasenen Sphäre und sind aufgefordert, ihre eigene Utopie zu Papier zu bringen. Ich habe dies, da ich ein sehr neugieriger Mensch bin, natürlich gleich in die Tat umgesetzt und ich begab mich in den Innenraum dieser Kugel. Es ist ein eigenartiges Gefühl in dieser aufgeblasenen Hülle zu sitzen und einen Text in eine analoge Schreibmaschine zu tippen. Man sitzt in dem mit Luft angefüllten Körper, blickt nach Außen und wird von den BesucherInnen mit dem Blick von außen nach innen betrachtet und so mancher Besucher rätselt, was für eine Art von Kunst sei dies? (vor allem wenn die Besucher den Text an der Wand nicht gelesen haben, ist es für so manchen unverständlich)

A Mind of Winter. Walter Martin & Paloma Muñoz Ausstellungsansicht Spezialangefertigte lebensgroße Schneekugel, Foto: Christa Linossi – ICH in der Schneekugel > fotografiert hat es für mich ein Aufseher des Museum <
A Mind of Winter. Walter Martin & Paloma Muñoz Ausstellungsansicht Spezialangefertigte lebensgroße Schneekugel, Foto: Christa Linossi

Die Ausstellung zeigt des weiteren noch 50 großformatige Fotografien, die ebenfalls sehenswert sind.

A Mind of Winter. Walter Martin & Paloma Muñoz Ausstellungsansicht Museum der Moderne Salzburg, 2019 © Museum der Moderne Salzburg, Foto: Rainer Iglar

Auch eine Videoinstallationsansicht aus der Serie „Spheres“ wurde im Foyer des Rupertinums installiert. In dieser Videoansicht fallen die „Snow Globes“ wie Schneeflocken ins Foyer. Manchmal kommt einem auch ein Schmunzeln aus, denn es gibt eine Schneekugel in diesem Video, in dem auch der amerikanische Präsident Donald Trump vorkommt und kann sehen, wie er wie das Rumpelstilzchen hüpft.

Prädikat: die Ausstellung ist auf alle Fälle sehenswert

https://www.museumdermoderne.at/de/ueber-uns/standorte-einrichtungen/rupertinum/

From the series: In thinking

just think about it © Foto-Arbeit von Christa Linossi

„DER STERNGUCKER“ Salzburger Adventsingen 2019 im Großen Festspielhaus zu Salzburg

Salzburger Adventsingen 2019_Gesamtbühne_Foto seitlich © _Neumayr.jpg

Ist es wirklich schon wieder Advent? Ja, die Adventszeit steht schon vor der Türe! Die Christkindlmärkte haben ihre Pforten wieder geöffnet, Glühwein- Ständeln laden zum gemütlichen Beisammensein ein und im Salzburger Festspielhaus wird wie all die Jahre zu vor, wieder das berühmte „Salzburger Adventsingen“ dargeboten. Es ist mittlerweile zu einem Fixpunkt in der Adventzeit geworden. Aus Nah und Fern strömen die Besucher zum Festspielhaus um dem „Adventsingen“ beizuwohnen.

Ich besuchte diesmal die Generalprobe „Salzburger Adventsingen“ und musste feststellen, dass es sich hier nicht um irgendein sentimentales Brauchtum handelt, sondern es liegt einfach in den schlichten und dennoch tiefgreifenden Darbietungen des adventlichen Geschehens.

Das Motto heuer „Der Sterngucker“ und wie die Legende es erzählt, wurden die Hirten seinerzeit von einem prächtig strahlenden Stern zur Krippe geleitet. Sterne üben seit jeher eine Faszination auf die Menschen aus. Wobei der Sternenhimmel heute nur mehr schwach sichtbar ist. Grund dafür, die enorme Beleuchtung in der Nacht von Großstädten und Ortschaften.

Der Knecht und sein „Observatorium Salzburger Adventsingen, © Manfred Siebinger
Der Knecht und sein Großenkel ,Salzburger Adventsingen, © Manfred Siebinger

Aber was macht den Reiz der Sterne aus? Unter einem Stern versteht man in der Astronomie einen massereichen, selbstleuchtenden Himmelskörper aus sehr heißem Gas und Plasma und trotzdem empfinden wir sie als etwas Geheimnisvolles.

Worum handelt es sich in dem Stück „Der Sterngucker“

Der alte Eigenbrötler, ein einsamer lediger Knecht am Bergbauernhof seines Bruders, hat ein bescheidenes, selbst eingerichtetes „Observatorium“ in einer kleinen Hütte. Hier beobachtet er, so oft er kann die Unendlichkeit des Sternenhimmels. Das kleine Enkelkind des bereits verstorbenen Bruders, gewinnt zusehends sein Vertrauen und er weiht das Kind in zahlreiche Geheimnisse der Sternenwelt ein. Beide lauschen in die Stille des unendlichen Universums, um mit Gott, dem Schöpfer allen Seins vertraut zu werden.

der kleine Sterngucker und sein Traum Salzburger Adventsingen 2019 © Foto: Christa Linossi

In einem aufregenden Traum findet sich der „kleine“ Sterngucker plötzlich unter den Hirtenkindern. Ein ganz besonderer, prächtig strahlender Stern führt zur Geburt des Erlösers. Er wird für den kleinen Sterngucker zum Stern der Liebe…

Daniela Meschtscherjakov führte heuer das erste Mal die Regie beim Salzburger Adventsingen. Eine große Herausforderung, das Spiel auf der groß dimensionierten Bühne des Festspielhauses zu etablieren. Wichtig ist ihr, dass bis zur letzten Sekunde schauspielerisch alles gegeben wird um das „Herz auf die Bühne“ zu schmeißen. Das ist Meschtscherjakov mit Sicherheit gelungen.

Dem Komponisten Klemens Vereno – der sich bereits zum 15. Mal bei dem Salzburg Adventsingen mit einbringt – ist es als zeitgenössischer Komponist, sehr gut gelungen, Chormusik, Kunstmusik und Volksmusik als gegenseitige Ergänzung, in die Vielfalt an Klangkörpern musikalisch und entsprechend in Szene zu setzen. Die Musik kommt mit einem ausgesprochenen Charme zum Publikum herüber.

Dietmar Solt gestaltete ein faszinierendes Bühnenbild, welches mit unterschiedlichen Lichtstimmungen eingefangen wird und so zur besonderen Wahrnehmung des Stückes beiträgt.

Ausschnitt Bühnenbild Salzburger Adventsingen 2019 © Foto: Christa Linossi
Ausschnitt Bühnenbild Salzburger Adventsingen 2019 © Foto: Christa Linossi
Ausschnitt Bühnenbild Salzburger Adventsingen 2019 © Foto: Christa Linossi

Was ist die Botschaft dieses Stückes? Sollte man sich nicht wieder einfach auf das Menschsein besinnen und nicht immer Macht und Gier vor Augen zu haben.

Versuchen wir wieder in den Sternenhimmel – so weit es möglich ist – zu blicken, vielleicht wird in dem einen oder anderen wieder spürbar, dass hinter allem etwas Großes und Gütiges, ein unendlich Göttliches steht. Suchen wir auch nach unserem ganz persönlichen Stern der Erleuchtung, der uns einem lang ersehnten Frieden vielleicht ein wenig näherbringt.

Premiere: 27.11.2019 um 19:30 Uhr

Aufführungstermine siehe:

www.salzburgeradventsingen.at  / www.facebook.com/sbg.adventsingen

„LEBENSMENSCHEN“ ALEXEJ VON JAWLENSKY UND MARIANNE VON WEREFKIN

Unlängst besuchte ich eine sehr interessante Ausstellung. Diese läuft zurzeit in der STÄDTISCHEN GALERIE IM LENBACHHAUS UND KUNSTBAU MÜNCHEN

ALEXEJ VON JAWLENSKY
Landschaft bei Murnau (Gelbe Abendwolken), um 1910, Öl auf Karton, 33,2 × 41,2 cm,
Copyrights  Art Foundation, Schaan, Liechtenstein Foto: Lenbachhaus

Worum geht es hier bei dieser Ausstellung?

In dieser Ausstellung wird das Künstlerpaar Alexej von Jawlensky (1864-1941) und Marianne von Werefkin (1860-1938) erstmals Seite an Seite in einer gemeinsamen Ausstellung präsentiert. Beide Künstler gehören zu den führenden Figuren des Expressionismus, lebten 30 Jahre in einer engen wie komplizierten Beziehung.  In der Biografie und des künstlerischen Schaffens der beiden Protagonisten Jawlensky und Werefkin entstand somit ein Dialog, dessen Intensität die Erfahrung ihrer bislang getrennt gesehenen Werke steigert und viele neue Einblicke öffnet. Beleuchtet in dieser Ausstellung werden auch die Anfänge in Russland, die produktiven und glücklichen Schaffensjahre in München und Murnau bis hin zum Schweizer Exil und zu ihrer Trennung in Ascona.

Die Ausstellung präsentiert 190 Werke die sich zu einem überwältigenden Panorama von Eigenständigkeit und Ergänzung, dem gemeinsamen Mut zur Farbe und unterschiedlichen Ausdrucksformen zusammenschließt.

MARIANNE VON WEREFKIN
Die Landstraße, 1907, Tempera auf Papier auf Karton, 69 × 105 cm, Fondazione Marianne Werefkin, Copyrights  Comunale d’Arte Moderna, Ascona Foto: Lenbachhaus

Jawlensky Werke sind von einem ausdrucksstarken Farbenrausch geprägt, während Werefkins Arbeiten eher mit gedämpften Farben arbeitete, wo hier die russische schwermütige Seele zum Vorschein kommt.

ALEXEJ VON JAWLENSKY
Murnauer Landschaft, 1909, Öl auf Pappe, 50,4 cm x 54,5 cm,
Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Copyrights Foto: Lenbachhaus

Eine Arbeit, die sie gemeinsam schufen, unabhängig voneinander, war das Gemälde (Tänzers Sacharoff / Portrait of the Dancer Alexander Sacharoff, 1909)

ALEXEJ VON JAWLENSKY
Bildnis des Tänzers Sacharoff, 1909, Öl auf Karton, 69,5 x 66,5 cm,
Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Copyrights Foto: Lenbachhaus

Jawlensky malte den Tänzer ausdruckstark, in der Zeichnung und in der Farbgebung, während Werefkin den Tänzer eher zart in der Gestalt und weiblich verkörperte und von der Farbgebung Blautöne vordergründig waren. Eine und dieselbe Person, jedoch unterschiedlich gesehen von zwei Künstlern.

MARIANNE VON WEREFKIN
Der Tänzer Alexander Sacharoff, 1909, Tempera auf Papier auf Karton, 73,5 × 55 cm, Fondazione Marianne Werefkin, Copyrights Comunale d’Arte ­Moderna, Ascona Foto: Lenbachhaus

Alexej von Jawlensky und Marianne von Werefkin sind als wegweisendes Künstlerpaar in die Kunstgeschichte und der Avantgarde eingegangen. 1909 gründeten sie die Neue Künstlervereinigung München (NKM) wo nach zwei Jahren der Blaue Reiter hervorgegangen ist.

Sie waren nicht nur Vordenker und malerischer Impulsgeber, sondern haben durch diese Vereinigung auch Kunstgeschichte geschrieben. Sie leisteten auch einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der Moderne am Beginn des 20. Jahrhunderts.

Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs am 1. August 1914 emigrierten Werefkin, Jawlensky, Helene Nesnakomoff und ihr Sohn Andreas in großer Eile in die Schweiz. Im Frühjahr 1918 siedelte das Paar in den Kanton Tessin nach Ascona am Lago Maggiore um.

MARIANNE VON WEREFKIN
Liebeswirbel, um 1917, Tempera auf Papier auf Karton, 45,5 × 60 cm, Erben Diego und Carmen Hagmann, Zürich, Copyrights Dauerleihgabe im Museo Comunale d’Arte Moderna, Ascona Foto: Lenbachhaus

Werefkin blieb nach ihrer Trennung von Jawlensky 1921 in Ascona und lebte bis zu ihrem Tod als staatenlose russische Exilantin jedoch vollständig in die Gemeinschaft von Ascona integriert. Jawlensky reiste 1921 von Ascona nach Wiesbaden, wo eine retrospektive Ausstellung seiner Werke einen großen Erfolg feierte. Er entschloss sich, in Wiesbaden zu bleiben, holte später seine Familie nach und heiratete Helene Nesnakomoff. {Mit der Haushälterin (Nesnakomoff) von Werefkin hatte er einen Sohn.}

Die Ausstellung läuft noch bis 16. Februar 2020 in der STÄDTISCHEN GALERIE IM LENBACHHAUS UND KUNSTBAU MÜNCHEN

https://www.lenbachhaus.de/

Spiegelung

…und die Überquerung des See

© Neue Arbeit Christa Linossi 2019

SALZBURGER CHRISTKINDLMARKT

21.11.2019 – 26.12.2019

Salzburger Christkindlmarkt, Salzburg, foto: wildbild
„Foto: http://www.christkindlmarkt.co.at, Salzburg“

Einer der fünf schönsten Weihnachtsmärkte in Europa*, nämlich der Salzburger Christkindlmarkt, öffnet am 21.11.2019 wieder seine Pforten.

Die britische Tageszeitung „The Times“ wählte den Salzburger Christkindlmarkt am Dom- und Residenzplatz zu einem der fünf schönsten Märkte in ganz Europa. Besonders hervorgehoben wurden das Brauchtum mit den vielen alten Traditionen.

Die Wurzeln des ehemaligen „Tandlmarktes“ reichen bis in das Jahr 1491 zurück und seit 1974 gibt es den Salzburger Christkindlmarkt in seiner heutigen Form.

Ein Weihnachtsmarkt ohne Kitsch, sondern authentisch und verbunden mit heimischem Brauchtum. Geboten wird den Salzburgerinnen und Salzburgern und den Gästen aus aller Welt eine einzigartige Stimmung, sowie kulinarische Schmankerl, handgefertigte Produkte und viele weihnachtliche Geschenkideen.

Viel regionales Handwerk wie Holzspielzeug und Schnitzereien, nostalgische Schilder, Schlossereiprodukte, aufwendig verzierte Glas- und Christbaumkugeln, Keramikgegenstände, Gewürzsträuße sowie duftende Seifen.

Des Weiteren gibt es auch noch ein vielfältiges kulturelles Programm rund um den Christkindlmarkt.

Pressegespräch Salzburger Christkindlmarkt 2019 SKCM in Salzburg, Residenz Foto: Franz Neumayr 19.11.2019 Im Bild Vizebürgermeisterin Barbara Unterkofler und Obmann Wolfgang Haider

Vergessen sie für ein paar Stunden den Alltagsstress und genießen sie nette Stunden mit Familie oder Freunden bei einem Rundgang auf dem Christkindlmarkt und bei einem Glas Glühwein.

Nähere Informationen entnehmen sie aus www.christkindlmarkt.co.at

PAUL LENDVAI Journalist, Kenner Osteuropas, seine Gesprächspartner waren die Großen und Mächtigen der Welt.

Am 24. August 2019 feierte er seinen 90. Geburtstag und am 26.09.2019 kam sein 18. Buch auf den Markt. „DIE VERSPIELTE WELT“

Seine Gesprächspartner waren die Mächtigen der Welt und obendrein war er ein Kenner Osteuropas und im 21. Jahrhundert blickt er für uns noch einmal zurück mit kritischem Blick auf die europäische Politik.

Worum geht es in diesem Buch?

Es ist ein Rückblick mit spannenden Begegnungen, erfolgreichen, umstrittenen, und gestürzten Politikern, herausragenden Wissenschaftlern, einflussreichen Publizisten und großen Künstlern. Eine große Palette von Themen und persönlichen Erlebnissen füllen dieses Buch und es ist auch eine Reflexion von Persönlichkeiten in der Politik. Des Weiteren schreibt Lendvai auch über die Erlebnisse und Wendungen des letzten Jahrzehnts, von der russischen Expansion in der Ukraine, über den Brexit, sowie über den chaotischen amerikanischen Präsidenten Donald Trump. Auch die erfolgreichen Rechtspopulisten in Brasilien und Italien werden hier erwähnt. Selbst über Handkes (Nobelpreisträger in der Literatur) und der Skandal Miloševic beschreibt Lendvai in diesem Band ausführlich.

Dieses Buch ist es wert zu lesen?

Wer den Journalisten Paul Lendvai kennt, wird mit Spannung dieses Buch lesen. Er war einer der kenntnisreichsten, nachdenklichsten Journalisten und Kommentatoren. Er beobachtete die aktuellen Ereignisse ebenso mit derselben wachen Klarheit, die ihn in seiner gesamten journalistischen Karriere ausgezeichnet hat.

Ein Buch der Begegnungen und Erinnerungen die er auch während des Geschehens immer wieder kritisch analysierte.

DER AUTOR

Prof. Paul Lendvai wurde in Budapest geboren, lebt seit 1957 in Wien und wurde zwei Jahre später österreichischer Staatsbürger. Er ist Chefredakteur der „Europäischen Rundschau“, Leiter des „ORF-Europastudios“, Kolumnist für den „Standard“ und Autor von 17 erfolgreichen Sachbüchern, die in 10 Fremdsprachen übersetzt wurden.
Zwischen 1960 und 1982 war er Wiener Korrespondent der „Financial Times“ (London), von 1982 bis 1987 Chefredakteur der Osteuropa-Redaktion des ORF und von 1987 bis 1998 Intendant von Radio Österreich International. Sein jüngstes Buch „Orbans Ungarn“ erhielt im Dezember 2018 den European Book Prize.

Erschienen ist das Buch

ist erschienen im Ecowin Verlag ISBN-13 9783711001597

www.ecowin.at