Andreas Slominski / RÜBEN

Kunstprojekt Krauthügel 2016 in Salzburg

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Andreas Slominski/ Foto: Christa Linossi

Der Krauthügel ist immer wieder Schauplatz und Open Air Gallery der Salzburg Foundation für internationale Kunstobjekte. Kunstinstallationen die immer wieder provozieren und zum Nachdenken auffordern. Diesmal finden wir am Krauthügel eine aufgerollte Straße in einer ovalen XXL Größe, einen kleineren Zylinder, ebenfalls aufgerollt, symbolisierend als Fahrradweg und dann befindet sich noch eine Erntemaschine gefüllt mit 1 Tonne Rüben.

Andreas Slominski Rübenerntemaschine / Foto: Christa Linossi

Andreas Slominski Rübenerntemaschine im Hintergrund die aufgerollte Straße / Foto: Christa Linossi

Vorprogrammiert waren auch die heftigen Diskussionen zum Namen des Kunstwerks RÜBEN, wo sich der Betrachter mit Berechtigung fragt: und was soll dies sein??? Slominski‘s Straße, sein Radweg sowie die Rübenerntemaschine sind dreidimensionale Ideen. Schon stehen wir vor einem Rätsel. Mitten in der Natur türmt sich eine Straße vor uns auf, die wie eine Wand aus der Wiese aufragt, als wäre sie mit einem übernatürlichen Kraftakt aus der Erde gerissen, zusammengerollt und auf den Krauthügel verpflanzt worden. Ein riesiger Fremdkörper in der Postkartenpanorama-Landschaft. In dieser Konstellation scheint einmal nichts zusammengehören. Was hat die Rübenerntemaschine mit der Straße, mit dem Fahrradweg zu tun?

Andreas Slominski Projekt RÜBE / Foto: Christa Linossi

Andreas Slominski Projekt RÜBE die aufgerollte Straße und der aufgerollte Fahrradweg / Foto: Christa Linossi

Diese Assoziationskette scheint unendlich zu sein. Andreas Slominski ist ein Meister der Verfremdung und der Ambivalenz. Jedenfalls sind es die Grundbausteine von Andreas Slominskis Installationen, die er eigens für das Kunstprojekt Krauthügel entwickelt hat. Seine Objekte pendeln zwischen Banalität und bedeutungsschweren, zwischen Schönheit, Trivialität und Humor und Ernsthaftigkeit hin und her. Sie sind gleichermaßen banal wie ungewöhnlich. Es ist Andreas Slominski Markenzeichen, der für seine „ästhetische Feldforschung“ beiläufiges Alltagsgut zu verfremden, bekannt ist.

Der Platz hat ja Geschichte, der Krauthügel, es heißt immer, dass hier der Scharfrichter gewohnt hat, was jedoch nicht stimmt. Es ist nicht das Henkerhäuschen sondern das Krautwächterhäusel und es war ein Gemüseacker. Henker = Rübe ab, Kraut und Rüben natürlich. Andreas Slominski hat einen anderen Weg gewählt, er benutzt die Rüben, um uns zum Nachdenken zu bringen. Er ist ein hochsensibler Wahrnehmungskünstler, der das vermeintlich Unsichtbare ans Licht bringt und aus beiläufigem Alltagsgut Kunst macht. Jeder der hier mit dem Auto, dem Rad oder zu Fuß an diesen Rübeninstallationen entlang fährt bzw. geht, wird sich Gedanken darüber machen und genau dies beabsichtigt der Künstler, genauso wie die Salzburg Foundation. Nachdenken und Wahrnehmen!

Das Projekt am Krauthügel kann man noch bis zum 30.09.2016 besichtigen.