Arnulf Rainer / Pinselrausch

Arnulf Rainer Museum Baden bei Wien

(c) Arnulf Rainer Museum_Foto Wolfgang T

Außenansicht © Arnulf Rainer Museum Foto: Wolfgang Thaler

ARNULF RAINER PINSELRAUSCH

unlängst führte mich mein Weg nach Baden bei Wien und ich besuchte das Arnulf Rainer Museum. Dieses wunderschöne architektonische Juwel vereint mit den neuesten Arbeiten des weltweit anerkannten zeitgenössischen Künstlers, haucht den Räumen ein besonderes Leben ein.

Arnulf Rainer Museum_Ausstellungsansicht (c) Kollektiv Fischka

Im Jahr 2006 wurde seitens der Stadt Baden der Entschluss gefasst, das Ausstellungszentrum (nach Einstellung des Badebetriebes 1973 wurde das Haus als überregionales Ausstellungszentrum genutzt) als Museum dem am 8. Dezember 1929  in Baden bei Wien geborenen Arnulf Rainer zu widmen. 2009 wurde das auf höchstem technischem und ästhetischem Niveau adaptierte Arnulf Rainer Museum eröffnet.

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Frauenbad / Foto ©Arnulf Rainer Museum

Ein architektonisches Juwel dieses ehemalige Frauenbad, erste urkundliche Erwähnung des Frauenbades war im Jahr 1357. Nach einem lokalen Stadtbrand 1812, bei dem die alte Frauenkirche und das Frauenbad zerstört wurden, wurde das Bad auf ausdrücklichem Wunsch des Kaisers sofortig wieder aufgebaut und zwar basierend auf einem 1821 ausgeführten Entwurf von Carles de Moreau, einem der führenden Architekten des französischen Klassizismus. Kurzer Auszug aus http://www.bda.at/text/136/Denkmal-des-Monats/15947/Neues-aus-Altem-schaffen-Das-Arnulf-Rainer-Museum-in-Baden „Das Frauenbad, dessen komplexe Geschichte bis in die Antike zurückreicht, war von ständiger Umbautätigkeit gekennzeichnet. Die Stadt Baden war bereits unter den Römern unter dem Namen „Aquae“ für ihre Thermalquellen bekannt. Im Hochmittelalter war Baden eine Residenzstadt der Babenberger Herzöge, im Bereich des späteren Frauenbades verlief die Stadtmauer.
Unter Kaiser Franz I. und seiner Gemahlin kam es ab 1796 zu einem großen gesellschaftlichen Aufschwung. Der Wiener Hof nutzte Baden bis zum Tod des Kaisers 1835 für regelmäßige Sommeraufenthalte, samt Badekuren im bevorzugten Frauenbad.“

Die Ausstellung Arnulf Rainer. Pinselrausch ist in enger Zusammenarbeit mit dem Cobra Museum of Modern Art, Amstelveen entstanden, und wurde dort im letzten Halbjahr dem niederländischen Publikum präsentiert.

(c) Arnulf Rainer Museum_Foto Kollektiv Fischka (5)

© arnulf-rainer-museum_foto-kollektiv-fischka

Arnulf Rainers neue Arbeiten drängen sich dicht in den außergewöhnlichen Räumen des Museums, es entsteht eine rhythmische Komposition. Man kann nicht nur von einem Pinselrausch sprechen, nein es ergibt auch einen Farbenrausch. Raum und Bilder verbinden sich zu einer Harmonie, die einem schlicht weg ergreifen.

(c) Arnulf Rainer Museum_Foto Kollektiv Fischka (4)

© Arnulf Rainer Museum_Foto Kollektiv Fischka

Bei Rainers starker Bindung an alte und historische Kunst, die er mit Leidenschaft überarbeitet, versucht er auch gleichzeitig dem Bildmaterial mit gekonnten Pinselstrichen und intensiven Farben eine andere Aussagekraft zu geben. Er stellt sozusagen eine Verbindung zwischen seiner Farbe und dem fremden Werk, sowie auch seinem eigenen Oeuvre her. Es ist wie eine Verheiratung, von etwas schon vorhandenem, welches wieder mit Neuem zusammengefügt wird.

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Foto: © Arnulf Rainer Museum

Zitat von Arnulf Rainer aus seinem Werk „Hirndrang“: „Ich betrachte Kunst als etwas, das den Menschen erweitern soll. Wenn sich der Mensch nicht müht, wenn er sich nicht anstrengt, ist er ein reduziertes Wesen. Das ist zu seinem Schaden, da ein reduzierter Mensch viel weniger Mensch ist und auch viel weniger von sich hat. Kunst ist für mich eine Hilfe für den Menschen und eine Form, sich zu entfalten. Ich glaube, dass es für einen Künstler durchaus wichtig ist, auch das Physische zu zeigen, dass im Leiblichen etwas ist, mit dem sich der Mensch bewusst beschäftigen muss, dass es eine sehr wichtige Kommunikationskategorie ist, eine psychische Kontaktkategorie.“

 Es muss nicht immer der Westen oder der Süden sein, man kann auch mal in den Osten von Österreich reisen und auch dort Schätze entdecken.