RÜCKBLICK zum Ars Electronica Festival 2016

Credits: Ars Electronica

Die Highlights

Für 3 Tage klinkte ich mich in das Ars Electronica Festival 2016 ein und es hat sich gelohnt. Ein paar spannende Highlights die mir gut gefallen haben, stelle ich hier vor.

Die Location in der POSTCITY wurde dieses Jahr vom Keller bis quasi zum Dach bespielt und dies mit interessanten Projekten. Wie zB. Davide Quayolas Industrieroboter, der Skulpturen von Michelangelo en masse herstellt und so zum Bildhauergesellen wird. Quayola ist ein visueller Künstler, der Dialoge zwischen der realen und der künstlichen Welt untersucht. Er lebt und arbeitet in London.

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Ein weiterer interessanter Roboter ist die Robo-Action des russischen Künstlers Dragan Ilics der mit Hilfe seines riesigen Roboters zeichnet.

Credit: credit: Courtesy Dragan Ilić and GV Art London

Credit: credit: Courtesy Dragan Ilić and GV Art London

Interessant  auch das Projekt von Sonic Wilderness / Steffen Armbruster (DE), Antye Greie-Ripatti (DE).  Hier handelt es sich um ein interaktives Audiosystem, mit dem sich digitale Sounds durch Bewegung im Raum steuern lassen und grafische Elemente geben dem Raum Future Effekte. Der digitale Sound  wiederum entsteht durch bestimmte Bewegungen des Besuchers und macht die Sache insofern interessant, weil man vom Sound einfach überrascht wird. (siehe auch: www.usomo.de )

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Sonic Wilderness / Steffen Armbruster (DE), Antye Greie-Ripatti (DE) Visitors having a look at Sonic Wilderness. Credit: Florian Voggeneder

Im Ars Electronica Center, war Radical Atoms Exhibition ein Highlight. Hier ging es darum, wie kommen das Digitale (wieder) in die physische Welt? Eine Antwort auf diese Frage könnten die „Radial Atoms“ sein. Diese stehen für eine Art digitale Kernschmelze, bei der sich Information und Materie verbinden: Die Information wird dabei von den Beschränkungen des Pixeluniversums befreit, die Atome aus ihrer Starre heraus und in Bewegung gebracht. Das Ergebnis ist eine smarte Materie, die sich immer wieder neu modellieren lässt. Eine wichtige Rolle dabei spielen Neuro- und Biotechnologien, Robotik sowie Hard- und Software, genau wie alte Handwerkstraditionen. Bahnbrechende Prototypen sind bereits entstanden und dies zeigt die „Radical Atoms Exhibition“ im Ars Electronica Center.

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credit: Florian Voggeneder

Deep Space 8K präsentierte mitunter „toward 2020 by NHK“. NHK eine öffentliche Rundfunkanstalt Japans. Im August dieses Jahres wurde testweise die erste Übertragung in Super Hi-Vision 8K gestartet. Dazu wurden eine Reihe an 8K-Fernsehprogrammen entwickelt die auch die Liveübertragung der Olympische Spiele aus Rio mit einschließt. Es war faszinierend, die Bildwelten in der intensiveren Darstellung der Realität durch die Technologie 8K Super Hi-Vision auf der 16 mal 9 Meter großen Wand- und Bodenprojektion zu betrachten.

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Foto: Christa Linossi

Intel Drone 100 - Deep Space 8K Deep Space 8K: credit: Florian Voggeneder

Deep Space 8K credit: Florian Voggeneder

Das Non plus Ultra Highlight war wohl die mit Intel präsentierte Europapremiere von „DRONE 100 – Spaxels über Linz“. Horst Hörtners (Senior Director Ars Electronica Futurelab)  Aussage zur Premiere: „Seit 2012 haben wir viele Shows in aller Welt gemacht, der Flug in Linz war für uns aber etwas Besonderes, die Dronen kehrten zurück und wir wollten hier in Linz unbedingt zeigen, was wir können und waren daher auch ein bisschen nervöser als üblich.“ Die Präsentation ist voll gelungen und ich konnte miterleben, wie die 100 Weltrekorddrohnen zu ihrem Tanz abhoben. Man muss es einfach gesehen haben und spektakuläre Lichtchoreografie – die komponierte Musik von Sam Auinger – trug dazu bei, Gänsehaut-Stimmung im Donaupark zu verbreiten.

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DRONE 100 – Spaxels over Linz More than 100.000 spectators saw DRONE 100 – Spaxels over Linz, presented by Ars Electronica and Intel. credit: Martin Hieslmair

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DRONE 100 – Spaxels over Linz More than 100.000 spectators saw DRONE 100 – Spaxels over Linz, presented by Ars Electronica and Intel. credit: Gregor Hartl Photography

Die Klangwolke rundete schließlich traditionell den dritten Tag des Ars Electronica Festival mit imposanten Inszenierungen ab. Die Klangwolke muss man einfach einmal gesehen haben, es war eine Supershow. 1979 wurde nicht nur die Klangwolke gegründet, sondern auch das Ars Electronica Festival – ursprünglich als ein zusammenhängendes Event. Seit einigen Jahren entstanden jedoch zwei eigenständige Veranstaltungen, die aber bis heute am selben Wochenende stattfinden und sich nach wie vor ergänzen. Das Motto der Klangwolke wechselt jährlich. Diesmal war es „Fluss des Wissens“ – themengebend war die Johannes Kepler Universität, die mit dem Event ihr 50. Jubiläum feierte. Regie führte der international renommierte Medienkünstler Salvatore Vanasco.

Ein Lastendampfer auf der Donau produzierte die Nebelschwaden und in diesen Schwaden wurden zum Thema „Fluss des Wissens“  Filme, Reden etc. hinein projiziert. Ein großer Teil der Klangwolke ist natürlich auch die Musik. FM Einheit – ist der Künstlername von Frank-Martin Strauß –  der es immer wieder schafft, Musik zu komponieren und damit Räume zu öffnen, die gehaltvoll sind, die emotional so auf den Punkt kommen, ohne aufdringlich zu sein. FM Einheit kommt aus dem Bereich Industrial Punkrock und das war genau das, was hier präsentiert wurde. Es war eine sehr intensive, reichhaltige Mischung aus Klangcollagen, und Live-Gespielten.

Es war ein gelungenes Festival und die Besucherzahler sprechen für sich: 100.000 Besucher bei der „DRONE 100 – Spaxels über Linz“ und „Klangwolke“ im Donaupark und 80.000 Besucher beim Ars Electronica Festival.

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BESUCHER: DRONE 100 UND KLANGWOLKE Foto: Christa Linossi

last but not least; als ich bei einem kühlen Bier in der Innenstadt von Linz saß, sah ich noch die acostume-sound-performance von Sarah Leimcke and Jens Vetter „Homo Restis“ Coole Sache.

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Homo Restis / Jens Vetter, Sarah Leimcke Foto: Christa Linossi

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Homo Restis / Jens Vetter, Sarah Leimcke Foto: Christa Linossi

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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