DomQuartier „Troger, Rottmayr, Kremser Schmidt – Bildgeschichten für Salzburg

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DomQuartier Salzburg, Nordoratorim des Doms

Zeigt die Ausstellung

Troger, Rottmayr, Kremser Schmidt  – BILDGESCHICHTEN FÜR SALZBURG

 Im Grunde genommen schreibe ich lieber über zeitgenössische Künstler, aber man muss auch einmal eine Ausnahme machen. Diesmal berichte ich über drei Barockkünstler, die Salzburg mit ihrer Malerei sehr geprägt haben.

Mit den drei bedeutendsten Vertreter der österreichischen Barockmalerei Paul Troger,  Johann Michael Rottmayr und Martin Johann Schmidt, gen. Kremser Schmidt, rückt das Nordoratorium des Salzburger Doms in den Fokus. In Zusammenarbeit mit dem DomQuatier gestaltete das Salzburg Museum eine wunderbare Ausstellung im Nordoratorium.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Werke, die dieses barocke Dreigestirn für Salzburg schuf. Ein Großteil der Gemälde kommen direkt aus Paris, wo sie im Rahmen der großen Salzburg Präsentation „Geste Baroque. Collections des Salzbourgh“ im Louvre 2016 zu sehen waren.

Troger, Rottmayr, Kremser Schmidt prägten Salzburg auf ihre Art die Barockzeit. Johann Michael Rottmayr (1654-1730) geboren in Laufen, schuf in der Salzburger Residenz seine ersten Fresken, der Südtiroler Paul Troger (1698-1762) begann ebenfalls mit einem Fresko (Kajetanerkirche) in Salzburg seine künstlerische Laufbahn. Der Niederösterreicher Martin Johann Schmidt, genannt Kremser Schmidt (1718 – 1801), schuf nahezu alle Altargemälde für die Stiftskirche von St. Peter.

Besonders schön sind auch die Reproduktionen der Kuppelfresken aus der Dreifaltigkeitskirche von Johann Michael Rottmayr und die Kuppelfresko von Paul Troger aus der Kajetanerkirche. Diese Reproduktionen sind in Lichtkränze eingespannt und sind im Raum 2 und Raum 3 des Nordoratorium zu sehen. Auffällig ist bei der Kuppelfresko von Rottmayr, dass hier kein Himmelsblau verwendet wurde. Es stellt die Krönung Mariens und  die hl. Dreifaltigkeit dar und  fasst so die christliche Heils- und Kirchengeschichte eindrucksvoll zusammen. Die Dreifaltigkeitskirche ist das bedeutendste sakrale Bauwerk der rechten Altstadt und zugleich die erste architektonische Schöpfung des großen Barockbaumeisters Fischer von Erlach. Berühmt wurde die  Dreifaltigkeitskirche erst durch ihr Kuppelfresko von Johann Michael Rottmayr.

Foto: Reproduktion/ Johann Michael Rottmayr (1697–1700): Krönung Mariens durch die Heilige Dreifaltigkeit ‚ /© Salzburg Museum

Ein weiteres wichtiges Werk von Rottmayr ist „Triumph der Immaculata“ dieses Gemälde entstand 1697 und Auftraggeber war Johann Ernst Graf Thun und Hohenstein. Bildbeschreibung der „Immaculata“: Maria steht auf einer Weltkugel. Zu ihrer Rechten schwebt die Heiliggeisttaube auf sie zu, dahinter erscheint Gottvater. Sein dreieckiger Heiligenschein symbolisiert die Dreifaltigkeit. Links im Bild stürzen Engel mit ihren Lanzen die Sünde in den Abgrund. Rechts sind drei weibliche Personifikationen von Lastern. 

Johann Michael Rottmayr / Triumph der Immaculata 1697, Öl auf Leinwand © Salzburg Museum

Das Kuppelfresko in der Kajetanerkirche wurde von Paul Troger geschaffen. Es zeigt die Aufnahme des Heiligen Kajetan in die himmlische Herrlichkeit durch die Heilige Dreifaltigkeit im Beisein der Heiligen Maria und der Vertreter des Alten und des Neuen Bundes dar. Paul Troger hat auch etliche Altarbilder gemalt.

Paul Troger, 1728: „Glorie des hl. Kajetan“ Kuppelfresko, Reproduktion Kajetaner Kirche © Salzburg Museum

Paul Troger, Pietà 1765 – 1770, Öl auf Leinwand © Salzburg Museum

Johann Martin Schmidt, genannt Kremser Schmidt stand über lange Zeit in den Diensten von St. Peter. Kremser Schmidt schuf auch das Motiv für das Hochaltarbild der Stiftskirche von St. Peter.

Ein eigenartiges Werk von Martin Johann Schmidt  ist „Noli me tangere – Christus als Gärtner begegnet Maria Magdalena“. Die Darstellung bezieht sich einen Bericht im Neuen Testament. Inmitten einer üppigen Naturschilderung erscheint Christus Maria Magdalena. Sie kniet vor einem großen Sarkophag. Christus steht ihr vis-á-vis vor einer Grabeshöhle. Er ist fast nackt und nur mit einem Umhang und einem Strohhut bekleidet. (??) In seiner Rechten hält er einen Spaten, mit der Linken wehrt er Maria Magdalena ab. Sie ist auf die Knie gefallen und streckt ihren Arm nach ihm aus. Vor ihr steht ein Salb Gefäß. Vielleicht die Darstellung deshalb so, weil Maria Magdalena die Gefährtin Jesus gewesen war und sie als erste mitbekommen hat, dass er Auferstanden ist?!

Martin Johann Schmidt, Noli me tangere – Christus als Gärtner begegnet Maria Magdalena 1750-1799, Öl auf Leinwand © Salzburg Museum

Die Ausstellung soll dazu anregen, Troger, Rottmayr und Kremser Schmidt ganz bewusst wieder einmal dort aufzusuchen, wo sie seit Jahrhunderten Salzburg Bauwerke schmückten.

 

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