Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf zeigt die Ausstellung von CARMEN HERRERA  „LINES OF SIGHT“

 

K20 Grabbeplatz (Klee Halle) noch bis 08.04.2018

Carmen Herrera Installationsansicht der Ausstellung „Carmen Herrera. Lines of Sight“ im K20 Foto: Achim Kukulies, © Carmen Herrera © Kunstsammlung NRW

Durch einen Zufall bin ich auf die Künstlerin Carmen Herrera gestoßen. Carmen Herrera wurde 1915 in Havanna geboren. Sie studierte in Havanna Architektur und zog dann mit ihrem Mann Jesse Loewenthal nach New York, wo sie dann an der Art Students League noch Malerei studierte.

Carmen Herrera ist eine Ausnahmekünstlerin, die mittlerweile 102 Jahre alte Künstlerin ist nach wie vor noch aktiv. Sie wurde lange Zeit vom Kunstmarkt ignoriert. Ihre ersten Bilder verkaufte sie im Alter von 89 Jahren. Dies ist wieder ein typisches Beispiel, dass großartige Künstler entweder erst Tod sein müssen oder wie Carmen Herrera erst mit hohem Alter von 102 Jahren auf dem Kunstmarkt anerkannt werden.

Video: © Kunstsammlung NRW

Die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf präsentiert die kubanisch-amerikanische Künstlerin Carmen Herrera mit der bisher größten Ausstellung von Werken aus 70 Arbeitsjahren. Man widmet Carmen Herrera, die zu den Pionierinnen der minimalistischen Farbfeldmalerei in Amerika zählt, diese umfassende Ausstellung. Gezeigt werden 72 Arbeiten aus den Bereichen Malerei, Grafik und Skulptur von 1947 – 2017.

Carmen Herrera Installationsansicht der Ausstellung „Carmen Herrera. Lines of Sight“ im K20 Foto: Achim Kukulies, © Carmen Herrera © Kunstsammlung NRW

Portrait Carmen Herrera Carmen Herrera, ca. 1961 „Portrait of Herrera“, Fotografie von Ralph Llerena, George Perruc Staff Photographers Foto: © Kunstsammlung NRW

Carmen Herrera Installationsansicht der Ausstellung „Carmen Herrera. Lines of Sight“ im K20 Foto: Achim Kukulies, © Carmen Herrera © Kunstsammlung NRW

In ihren Werken erkennt man, dass sie die verschiedenen Farben durchlebt hatte und sie ist eine Meisterin der Farbgebung geworden. Die Künstlerin trägt die Farbe mit der Walze so auf,  dass die Oberfläche komplett glatt ist und dies hat etwas Technisches, Neutrales und all das sind Aspekte, die in der zeitgenössischen Malerei auch heute noch immer eine große Rolle spielen. Das faszinierende darin ist, dass sie bis ins hohe Alter bei gleichbleibender Qualität diese Abstraktion fortgeführt hat.

Die Werke Herreras wechselten in dieser Phase zwischen abstraktem und lyrischem Expressionismus. 1952 schuf sie die ersten radikalen geometrischen Abstraktionen und es entstand – von Victor Vasarely und Auguste Herbin inspiriert – eine Serie schwarz-weißer Streifenbilder. Bei diesen Arbeiten zog sie den Rahmen in der Komposition mit ein, wo sie die Bildfläche aus Einzelteilen zusammenfügte und so verstand sie das Bild nicht mehr als Leinwand sondern als ein neues Element.

In der Folge entstehen in den 1960er Jahren auch die sogenannten „Estructuras“. Dies sind die radikalsten und vielleicht bekanntesten Arbeiten. Ihre Malerei kommt eigentlich aus der Architektur und so entstanden auch die Entwürfe auf Millimeterpapier, wie auch Architekten arbeiten, und man kann an dieser Serie sehen, wie gedanklich und perspektivisch sie arbeitet und es sich radikal zuspitzt, so dass eine extreme Konfrontation von Linie und Fläche entsteht. Bis heute entstehen in ihrem New Yorker Atelier kraftvolle Arbeiten von hoher Signalwirkung.

In der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen werden von Carmen Herrera nicht nur die klassische Moderne und die Nachkriegsmoderne gezeigt, sondern hier wird auch eine zeitgenössische Malerin gezeigt. Man kann an ihren Werken die im Jahr 2017 entstanden sind, deutlich erkennen, dass  ihre Farbflächenbilder bis heute nichts von ihrer Signalwirkung und ästhetischen Relevanz eingebüßt haben. So ist in Düsseldorf erstmals auch Herreras jüngstes Werk zu sehen: die gerade erst fertig gestellte große Komposition „Verde de Noche“ (2017) als markantes Motiv in ungewöhnlichem Grün-Blau-Kontrast. Ob rund, eckig oder rautenförmig, mit präziser Komposition, scharfer Linienführung und klaren, bestechenden Farben – die Werke Carmen Herreras ziehen den Betrachter in ihren Bann.

Die Ausstellung Lines of Sight ist vom Whitney Museum of American Art in New York organisiert worden und wird nun in wesentlich erweiterter Form in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen gezeigt. Die Präsentation in Düsseldorf ist eine Kooperation zwischen dem Whitney Museum und der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen. Kuratorin in Düsseldorf: Susanne Meyer-Büser

Eine Ausstellung die man sich unbedingt ansehen sollte. Die Ausstellung läuft noch bis 08. April 2018

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