49. RAURISER LITERATURTAGE

In 49 Tagen ist es wieder soweit und die 49. Ausgabe der Rauriser Literaturtage findet in Rauris wieder statt.

Die Gemeinde Rauris, in der bereits zum 49. Mal die Literaturtage veranstaltet werden, verwandelt sich einmal im Jahr – und dies immer zu Frühlingsbeginn – zu einem pulsierenden Zentrum für Literatur. 1970 wurden die Rauriser Literaturtage ins Leben gerufen und es mag vielleicht eine „verrückte“ Idee gewesen sein, Literatur am Fuße von der Bergwelt Rauris mit seinen Dreitausendern zu veranstalten. Aber vielleicht war gerade diese Idee, das Non plus Ultra, das sich bis heute gehalten hat. Wo kann man Literatur besser genießen als in ruhiger Umgebung wie zum Beispiel eben in dieser schönen Bergwelt. Weg vom Massentourismus, Konsumtempeln, Verkehr und sonstigem. Somit wurde durch viel Engagement der bisherigen Initiatorinnen und Initiatoren dieses Literaturfestival weit über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt.

Dieses Jahr wurde das Thema AUF.BRÜCHE gewählt. Was kann Aufbrechen nicht alles bedeuten? Zum Beispiel Aufbrechen aus Gewohntem – das bedeutet Offenheit: neue Chancen, neue Perspektiven, neue Erfahrungen. Schlicht und einfach auch Veränderungen? Wir sind im 21. Jahrhundert angekommen, unsere Welt ist dynamischer, beweglicher geworden und wir befassen uns aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln.

Zwei Literaturpreise werden auch dieses Jahr wieder vergeben:

Den Hauptpreis 2019 erhält der Schriftsteller Philipp Weiss für seinen Roman „Am Weltenrand sitzen die Menschen und lachen“. (Suhrkamp 2018) Dieser Preis wird vom Land Salzburg vergeben und ist mit EUR 8.000,– dotiert.

Rauriser Literaturpreisträger: Philipp Weiss / Foto: Helmut Lackinger

Philipp Weiss, geboren 1982 in Wien, Studium der Germanistik und Philosophie in Wien, Magisterarbeit über Peter Handkes Erzählung „Wunschloses Unglück“. Er lebt und arbeitet als Prosaautor und Dramatiker in Wien.

Begründung der Jury (Meike Feßmann, Esther Schneider, Klaus Kastberger):
„Mit seinem mehr als eintausend Seiten umfassenden Werk Am Weltenrand sitzen die Menschen und lachen legt er ein ganz außergewöhnliches Debüt in fünf Einzelbänden vor. Ihm gelingt es, die in diesen Bänden entworfenen AutorInnenfiktionen in einer staunenswerten stilistischen Breite zu literarischem Leben zu erwecken. Philipp Weiss handhabt Gattungsformate wie Journal, Cahier, Enzyklopädie, Protokoll und Comic in einer unbekümmert-meisterhaften Weise. Sein Werk schreibt die Geschichte der Empfindsamkeit fort, ohne selbst in einen historisierenden Ton zu verfallen. Damit wird Am Weltenrand sitzen die Menschen und lachen zu einem gewichtigen Statement aktueller Literatur. Die Ausstattung des im Suhrkamp Verlag erschienenen Werkes unterstreicht das hohe Niveau.“

Die Lesung des Preisträgers findet am Mittwoch, dem 27. März 2019 statt.

 

Den Förderpreis 2019 geht an Katherina Braschel zum Thema „Neubeginn“ für ihren Text „Das gute Bild“. Dieser Preis wird vergeben von Land Salzburg und der Marktgemeinde Rauris und ist mit EUR 4.000,– dotiert.

Rauriser Förderungspreis: Katherina Braschel/ Foto: privat

 

Katherina Braschel, geboren 1992 in Salzburg, Studium der Theater-, Film- und Medienwissenschaft an der Universität Wien, literarische Publikationen u.a. in den Zeitschriften &radieschenMosaik und erostepost sowie in der Anthologie zum „Wortlaut“-Kurzgeschichtenwettbewerb des Radiosenders FM4 (2018).

Begründung der Jury: Die Autorin bringe in ihrem Text „ihr Anliegen souverän auf den Punkt: das, was unter der Oberfläche unseres Zusammenlebens schwelt, gefährliche Verschiebungen im Alltag angesichts einer vermeintlichen Bedrohung der privaten Sicherheit und Ordnung also, sichtbar zu machen. Damit hat sie ein leichthändig gestaltetes, atmosphärisch dichtes Stück Literatur mit Widerhaken geschaffen“.

Die Lesung der Preisträgerin findet am Donnerstag, dem 28. März 2019 statt.

 

 

Nähere Informationen über die Rauriser Literaturtage finden Sie unter der Homepage: www.rauriser-literaturtage.at