ARS ELECTRONICA 2019

Sujet Ars Electronica Festival 2019 / Illustration by Emiko Ogawa

2019 feiert die Ars Electronica ihren 40. Geburtstag und richtet den Blick naturgemäß nach vorn. Unter dem Motto „Out of the Box – die Midlife-Crisis der Digitalen Revolution“ begibt sich das Festival auf eine Expedition zur künstlerisch-wissenschaftlichen Vermessung unserer modernen techno-ökonomisch geprägten Welt, fragt nach unseren Zukunftsaussichten und Handlungsoptionen.

Video: Gerfried Stocker über die Ars Electronica 2019

Kurzer Rückblick:

1979 wurde die Ars Electronica in Linz ins Leben gerufen und die digitale Revolution war zwar schon eine technologisch ernst zunehmende Größe, darüber hinaus aber weitgehend noch unbekannt. Ars Electronica entwickelte sich zu einer weltweiten einzigartigen Plattform und die Erfolgsstory beruht auf KUNST, TECHNOLOGIE UND GESELLSCHAFT. Ebenfalls in den 70iger Jahren wurde das allererste Ars Electronica Festival – als Pilotprojekt der digitalen Zukunft – installiert. Den Grundstein dieser Philosophie legten Kybernetiker und Physiker Herbert W. Franke (AT), Elektronikmusiker Hubert Bognermayr (AT) der Musikproduzent Ulli A. Rützel (AT) und Hannes Leopoldseder (AT).

Es waren gerade einmal 20 KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen, die das Programm des Festivals bestritten. Jedoch von Jahr zu Jahr entwickelte sich die Linzer Erfindung zu einen der wichtigsten internationalen Medienfestivals. Wie am Beispiel zeigt: 40 Jahre später beteiligten sich mehr als 1000 KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen aus über 40 Ländern. Auch die Klangwolke ist ein fixer Bestandteil dieses Festivals geworden.

1987 wurde der PRIX Ars Electronica – es handelt sich hier um den traditionsreichsten Medienkunstwettbewerb der Welt – ins Leben gerufen und steigerte somit auch das internationale Ansehen, das Ars Electronica als erste Veranstaltung ihrer Art auf sich gelenkt hatte.

1989 zehn Jahre nach der ersten Ars Electronica, entwickeln Tim Berners Lee und Robert Cailliau dann die Grundlagen für das World Wide Web, stellen sie frei zur Verfügung und treten damit die größte technologische Lawine aller Zeiten los.

1996 ARS Center und ARS Electronica Futurelab waren die nächsten Meilensteine. ARS Center wurde eine ganzjährige Plattform für Präsentationen und Kreationen, die sich als integraler Bestandteil des Linzer Stadtbilds etablierte.

2009 wurde das ARS Center – im Vorfeld von „Linz 2009 Kulturhauptstadt Europas“ – baulich erweitert und inhaltlich wie inszenatorisch neu ausgerichtet. Als MUSEUM DER ZUKUNFT!

Vier Säulen: mit diesen vier Säulen – dem FESTIVAL, dem PRIX, dem CENTER und dem FUTURELAB verfügt Ars Electronica über eine tragfähige Struktur, die sowohl ihre internationale Ausrichtung als auch lokale Verankerung optimal fördert.

NUN WIEDER ZURÜCK INS JAHR 2019

Unter dem Motto „Out of the Box – die Midlife-Crisis der Digitalen Revolution“ begibt sich das Festival auf eine Expedition zur künstlerisch-wissenschaftlichen Vermessung unserer modernen techno-ökonomisch geprägten Welt, fragt nach unseren Zukunftsaussichten und Handlungsoptionen. Denn während der Digitalisierung bislang bloß unsere industrielle Welt und ihre Prozesse erfasste, bahnt sich nun etwas völlig Neues an: die Digitalisierung des Denkens und Entscheidens. Zu Konferenzen, Podiumsdiskussionen, Workshops, Ausstellungen, Performances, Interventionen und Konzerten laden KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen aus der ganzen Welt ein.

Ein weiterer Schritt, so scheint es, führt von der Automatisation zur Autonomisation. Staunen und Angst sind die neuen Begleiter und wir fragen uns, was daraus entstehen könnte. Eines ist aber sicher, dass wir diese Entwicklung nicht allein den Technologiekonzernen überlassen dürfen! Es ist die aktuelle Midlife-Crisis der Digitalen Revolution, die wir dazu nutzen müssen, unsere Fragen an die Zukunft neu zu formulieren und uns nicht nur dafür zu interessieren, was technologisch möglich ist, sondern was wir mit Technologie überhaupt tun wollen und was nicht.

Schauplatz dieses Festivals ist – zum letzten Mal – die POSTCITY am Areal des Linzer Hauptbahnhofs. Des weiteren führt von hier die Festivalmeile quer durch die gesamte Innenstadt und macht – wie jedes Jahr – wieder Halt im Linzer Mariendom, im O.K. im ÖO Kulturquartier, in der Kunstuniversität Linz, im LENTOS Kunstmuseum, dem Donaupark, in der Stadtwerkstatt, im ARS Center und der Anton Bruckner Privatuniversität.