KUNST als ein Teil der Ökologie…..

© Zeichnung Edgar Honetschläger

videostart2

Edgar Honetschläger Gedanken über Salzburg?/Foto: © Edith Spielbüchler

Edgar Honetschläger österreichischer Künstler und Filmemacher aus Linz und Kosmopolit will durch kollektive Renaturalisierungsmaßnahmen und Landkauf, vor allem Insekten ihren Lebensraum zurückgeben. Er gründete zusammen mit Biolog_innen und Rechtsanwalt_innen von DLA PIPER die Non-Profit-Organisation „Go Bugs Go“. Ziel ist die bereits weltweit fortgeschrittene Zerstörung von Natur und Artenvielfalt durch Ankauf von Land Einhalt zu gebieten.

Wie kam der Künstler Honetschläger zu dieser Idee, er sieht sich als Künstler und somit erklärt er auch sein Projekt zum Kunstwerk.

Auslöser dieses Projekt war die Reaktorkatastrophe in Fukushima Japan 2011. Honetschläger lebte zu diesem Zeitpunkt in Tokio mit seiner japanischen Frau und seinem Sohn. (Tokio ist ca. 280 km vom Fukushima entfernt und es war eines der größten Umweltkatastrophen, die Auswirkungen des Reaktorunfalles sind heute noch spürbar. In einem Gespräch teilte mir der Künstler mit, dass tagtäglich noch viele Menschen aufgrund dieses Unfalles sterben. Die Regierung jedoch jede Information zu diesem Thema an die Öffentlichkeit untersagt.

Er flüchtete 2011 zurück nach Europa und als Künstler stellte er sich immer wieder die Frage „Wie kann ich in ästhetischer Produktion schwelgen, während rund um uns die Welt untergeht?“ Sein Gedankengang „sich aufhängen“ oder doch etwas „zu unternehmen“? Gott sei Dank entschloss er sich für „etwas unternehmen“ und ging nach Italien und pachtete ca. 70 km außerhalb von Rom – es handelt sich um Maremma dies ist eine Landschaft in Mittelitalien – ein Grundstück mit ca. 800 qm², davon baute er auf 100 qm² Tomaten und sonstiges Gemüse an.

Edgar Honetschläger in seinem Garten bei Rom Foto: © Edgar Honetschläger

Im Austausch mit den benachbarten italienischen Bauern, will er seinen Garten mit Gemüse biologisch bewirtschaften und natürliche Pflanzenschutzmittel verwenden. Nachdem sich sein Garten explosionsartig entwickelt hatte, keimte in ihm die Idee, eine Interessengemeinschaft zum Schutz der Insekten zu gründen.

Somit gründete er eine Non Profit Organisation. Es ist ein international ausgelegtes Gemeinschaftsprojekt gegen das Insektensterben. Er gestaltete eine eigene Website, vernetzte sich über soziale Medien mit Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Kunst. Nebenbei erntete er hunderte Kilos Tomaten, Zucchini und Melanzini, verkochte sie, füllte sie in Gläser, verpackt sie in einem Print-Karton und all jene, die bereit sind ein „Buggis“ bzw. Stakeholder und damit zukünftige_r Brachlandbesitzer_in zu werden, erhält dies gegen einen Mindestbetrag oder mehr.

Edgar Honetschläger und Thorsten Sadowsky / Foto © Museum der Moderne

Eingekochtes Gemüse: Foto: © Edith Spielbüchler

Print – Kartons: Foto: © Edith Spielbüchler

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das erworbene Landstück, wird nicht bewirtschaftet, sondern die Natur wird der Natur wieder überlassen und sie kann tun, was sie will ohne Einwirkung der Menschen.  Wie am Beispiel: Nationalpark Berchtesgaden. Hier können natürliche Entwicklungen ungehindert ablaufen. So dürfen zum Beispiel Wälder altern, zusammenbrechen und sich von selbst wieder verjüngen.

Jedoch wirft dies auch schon wieder ihre Schatten voraus: Gesetze, Regelungen usw. Daher wird dieses Projekt auch eines der größten Rechtsanwaltskanzleien der Welt DLA-PIPER unterstützt. DLA-PIPER entwickelt internationale Statuten für dieses Projekt. Da jedes Land auf der Welt andere Rechtslagen hat.

Thorsten Sadowsky, Direktor des MUSEUM DER MODERNE SALZBURG hat den Künstler Edgar Honetschläger bewusst zu einem Vortrag und einer Veranstaltung „Go Bugs Go“ eingeladen, da es sich um ein originelles und hochpolitisches Kunstprojekt handelt.     

Edgar Honetschläger im Gespräch mit Thorsten Sadowsky auf der Terrasse des MdM /Foto: © Christa Linossi

Edgar Honetschläger ist mit seinem Umweltprojekt nicht der einzige.

Joseph Beuys hat mit seinen „7000 Eichen“ Projekt bereits 1982 eine Umweltaktion bei der documenta 7 (Beginn 1982) ins Leben gerufen und begann dort den ersten Baum zu pflanzen und bei der Eröffnung der documenta 8 wurde pünktlich der 7000ste Eichenbaum gepflanzt, leider konnte Beuys dies nicht mehr miterleben, da er bereits 1987 nach langer Krankheit verstorben ist.

Mittlerweile sind auch andere Künstler mit Umweltprojekten aktiv geworden

So zum Beispiel: Klaus Littmann mit seinem Projekt: ein authentischer Wald soll das Fußballstadion in Klagenfurt in Besitz nehmen. Inspiriert von der Zeichnung „Die ungebrochene Anziehungskraft der Natur“ des österreichischen Künstlers Max Peintner (geb. 1937) bespielt Littmann Kulturprojekte (Basel) im September und Oktober 2019 die moderne, großzügige Sportstätte.

Oder

Markus Reymann (Schauspieler) der 2011 zur TBA21 Academy kam (Gründerin Francesca Habsburg). Die TBA21 ist eine bewegende Plattform für kulturelle Produktionen und interdisziplinären Austausch innerhalb der TBA21. Von Juli 2011 bis heute initiierte und führte Reymann zahlreiche Expeditionen durch. Jede Reise ist als Zusammenarbeit mit eingeladenen Künstlern, Wissenschaftlern und Denkern konzipiert, die die Erkundung des Meeres erforschen möchten.

Edgar Honetschläger (geboren 1967 in Linz, Oberösterreich) ist österreichischer Filmemacher, Drehbuchauto und Künstler. Drehte in den Neunziger Jahre seine ersten Kurzfilme, war auf der documenta X vertreten und sein letzter Dokumentarfilm OMSCH (gedreht 2013) hier drehte er eine Doku über seine Nachbarin. https://www.flimmit.com/omsch/

http://gobugsgo.org/de/information/

http://www.honetschlaeger.com/

Zitat Andy Warhol: “ Ich denke, Land zu haben und es nicht zu ruinieren, ist die schönste Kunst, die jeder besitzen kann“.