MAXIM VENGEROV

Grammy-Preisträger  wird Inhaber der ersten Stiftungsprofessur
an der Universität Mozarteum Salzburg

Abseits der Salzburger Festspiele gibt es auch noch interessantes zu erfahren. Wie zB die erste Stiftungsprofessur an der Universität Mozarteum Salzburg für Violine.

Der Leitung (Prof. Elisabeth Gutjahr Rektorin) der Universität Mozarteum Salzburg ist es gelungen, erstmals eine Stiftungsprofessur zu bekommen. Was ist eigentlich eine Stiftungsprofessur? Es handelt sich um eine Professur, die ganz oder zumindest teilweise von einem Drittmittelgeber finanziert wird. Die meisten Stiftungsprofessuren haben eine Laufzeit von fünf Jahren.

uni-mozarteum-salzburg Prof. Elisabeth Gutjahr -maxim-vengerov – O.Univ.Prof.Mag. Hannfried Lucke Foto: © -manuela- schuster

Bei der Stiftungsprofessur Mozarteum handelt es sich um eine zur Gänze extern finanzierten Universitätsprofessur für Violine, die an eine international herausragende künstlerische Persönlichkeit für den Bereich EEK (Erschließung und Entwicklung der Künste) vergeben wird. In diesem Fall geht die Professur an Maxim Vengerov, einer der weltweit am meisten gefeierten Geiger um ab Beginn des Wintersemesters 2019/20 für drei Jahre an der Universität Mozarteum in Salzburg zu wirken.

uni-mozarteum-salzburg maxim-vengerov Foto: © -manuela- schuster

Wer ist Maxim Vengerov?  (geb.1974 in Nowosibirsk) Vengerov ist einer der besten Geiger und angesehensten klassischen Künstler unserer Zeit und genießt auch als Dirigent internationale Anerkennung.

Seine Ausbildung begann er bereits im Alter von fünf Jahren. Als Schüler von Galina Turchaninova und Zakhar Bron gewann er mit zehn Jahren die renommierte Henryk Wieniawski Competition und fünf Jahre später den internationalen Carl-Flesch-Violinwettbewerb. In den vergangenen Jahren trat Maxim Vengerov sowohl als Solist als auch als Dirigent mit vielen großen Orchestern auf, darunter das New York Philharmonic Orchestra, die Berliner Philharmoniker, das London Symphony Orchestra, das BBC Symphony Orchestra, das Mariinsky Theatre Orchestra und das Chicago, Montreal und Toronto Symphony Orchestra.
Höhepunkte der Saison 2018/19 waren die Saisoneröffnung des Orchesters Filarmonica della Scala mit Riccardo Chailly sowie zahlreiche Rezitals in den USA, China und Europa.

Mit großer Leidenschaft widmet sich Maxim Vengerov auch der Ausbildung und Förderung junger Talente. Seine verschiedensten Unterrichtspositionen hat er weltweit inne und ist derzeit auch Botschafter und Gastprofessor an der International Menuhin Music Academy in der Schweiz.

Ende Juli 2019 präsentierten auch die Salzburger Festspiele Maxim Vengerov gemeinsam mit der Pianistin Polina Osetinskaya in einem Solistenkonzert. Also Maxim Vengerov wird in Zukunft des Öfteren in Salzburg anzutreffen sein, wenn er die Studenten des Mozarteums auf die Meisterklasse vorbereiten wird.

Die Öffentlichkeit hat die Möglichkeit am 14. Oktober und 09. Dezember 2019 im Solitär bzw. im Großen Studio der Universität die Musik seiner Meisterklasse mitzuerleben.


Uni Mozarteum Salzburg

Am 04.02.2019 veröffentlicht

Universität Mozarteum Salzburg – Mozart ist unsere Inspiration, Musik unsere Tradition, die Kunst unsere Passion. Im Herzen Salzburgs reifen außergewöhnliche Talente zu künstlerischen Persönlichkeiten – am Puls der Zeit, für die Bühnen der Welt.

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GOLDENE ZEITEN Holländische Malerei des 17. Jahrhunderts

Cornelis de Heem, Stillleben mit Austern, Zitronen und Trauben / Residenzgalerie Salzburg © DQS/RGS_Ghezzi

Eigentlich interessiere ich mich eher für zeitgenössische Kunst, aber diesmal tauchte ich in die Kunst des 17. Jahrhunderts ein. Neugierig und aufmerksam wurde ich aufgrund eines Plakates des Dom Quartier. Dieses Plakat zeigt eine aufgeschnittene Zitrone als wäre es eine Fotografie, jedoch stammt sie von dem Künstler Cornelis de Heem, einer der bedeutendsten niederländischen Stillleben Maler des 17. Jahrhunderts.

Die Ausstellung „Goldene Zeiten“ Holländische Malerei des 17. Jahrhunderts ist ein Gedenken des Werks Rembrandt van Rijn, dessen Todestag sich zum 350. Mal jährt und dessen Epoche das 17. Jahrhundert ist und die auf dieses bedeutende kulturelle Jubiläum Bezug nimmt.

Was ist so interessant an dieser Kunst und was versteht man unter „Goldene Zeiten“ so dass es auch mich faszinierte?

Simon de Vlieger (um 1601 Rotterdam? – 1653 Weesp) Ankernde Schiffe auf der Schelde vor Kastel Rammekens, gegen 1650, Öl/Holz © Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Ankernde Schiffe auf der Schelde vor Kastel Rammekens, gegen 1650, Öl/Holz © Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien

Holland bzw. die Niederlande betrieben im 17. Jahrhundert schon Welthandel, aufgrund der guten geografischen Lage und der Schifffahrt. In dieser Zeit, die gemeinhin als Krisenzeit galt, investierten die Holländer in die Modernisierung der Landwirtschaft, in Fischfang, Schiffbau und Schifffahrt, Handel, koloniale Stützpunkte in Übersee und in den Aufbau eines Bank- und Kreditwesens. Das erfolgreiche Ineinandergreifen von Handel, Schifffahrt und Finanz katapultierte das Land an die Spitze des Welthandels.

Interessanter Weise war der Kunstbesitz in holländischen Haushalten auffallend groß und die meist in Gilden organisierten Maler spezialisierten sich auf einzelne Themen, um in der großen Konkurrenz zu bestehen.

Es war Kunst für alle, selten war eine Epoche und Region so reich an Talenten und namhaften Künstlern. Künstler waren auf das Interesse der Bürger angewiesen, da der heimische Adel kaum eine Rolle spielte und als Auftraggeber sowie auch die reformierte Kirche ausfiel. Religiöse Darstellungen waren nicht erwünscht. Die Säkularisierung führte zu einer Verselbstständigung nichtreligiöser Themen wie Stillleben, Landschaften, Genrebilder und Marinedarstellungen.

Die Kunstwerke, sind ausdrucksstark, wo Freude, Schmerz oder Geselligkeit dem Betrachter – als wäre es fotografisch festgehalten – ins Auge springt und einen in den Bann zieht.

Hermansz. Van Rijn Rembrandt, Betende alte Frau
Residenzgalerie Salzburg Inv. Nr. 549, ©DQS/RGS_U.Ghezzi

Einer der bekanntesten Künstler war Rembrandt Harmensz van Rijn, der mit seinem Werk „Betende alte Frau“ Weltruhm erlangte. Die Darstellung eine Tronie (für ‚Kopf‘, ‚Gesicht‘ oder ‚Gesichtsausdruck` ist ein Bildausdruck der gegenständlichen Malerei) Rembrandt wählte für diese Tronie seltenerweise eine Kupfertafel als Bildträger von besonders kleinem Format. Die technischen Besonderheiten besteht darin, dass er diese mit einer Schicht Blattgold präparierte und mit Krapplack ausgeführten Kopftuch durchscheint und das Rot des Lacks besonders zum Leuchten bringt.

Der Maler Gerard van Honthorst der wie viele seiner Kollegen zunächst bei Abraham Bloemaert (war ein niederländischer Maler) gelernt hatte, ging nach Rom und hielt sich bis Ende 1620 in Rom auf. 1620 kehrte er nach Holland zurück und genoss als einer der wenigen holländischen Künstler internationalen Ruf und war bekannt für seine erotisch aufgeladene Genremalerei. (Genremalerei: veraltet: Sittenbild, ist die gemalte Abbildung einer Alltagsszene).

Hendrick Bloemaert (1601/02 Utrecht – 1672 Utrecht), Samson und Dalila, bez. r. u.: HBloemaert fe, um 1635, Öl/Leinwand © Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien

Interessant ist auch der Haarlemer Maler Gerrit Adriaensz Berckheyde und bekannt vor allem für seine Ansichten niederländischer Städte. Er gehört zu jenen Künstlern, die die holländische Vedutenmalerei zu großer Blüte brachten. Das expandierende Amsterdam diente als unerschöpfliche Inspirationsquelle. Er war spezialisiert auf kleine Gemälde, welche Straßen, Kanäle, Plätze, öffentliche und private Gebäude zeigen. Er war Schüler von Frans Hals und ging bei seinem Bruder Job Adriaensz in die Lehre.

„Goldene Zeiten“ präsentiert 73 Meisterwerke aus der Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien und der Residenzgalerie Salzburg. Aufgeteilte ist die Ausstellung in 9 Themenbereiche: (Überschriften zum Teil in holländischer Sprache)

  • Historie
  • Portret
  • Geselschapjes
  • der wissenschaftliche Blick
  • Landschapjes
  • Sehnsucht nach dem Süden
  • Zeegezicht
  • Stilleven – Ein Fest für die Augen
  • Nachtstukken
  • Architectur

Die Ausstellung ist sehenswert und wer sich besonders für die holländische Malerei des 17. Jhd. Interessiert, ist hier richtig.

Die Ausstellung läuft noch bis Jänner 2020 im DomQuartier https://www.domquartier.at/sonderausstellung/goldene-zeiten-hollaendische-malerei-des-17-jahrhunderts/

2019 SALZBURG ALS SCHWUNGRAD DER WELT

Die 99. Salzburger Festspiele wurden traditionell mit einer Festveranstaltung in der Felsenreitschule offiziell eröffnet. Die Festrede hielt heuer der US-Starregisseur Peter Sellars. Thema Klimawandel und die damit verbundenen aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen.

Salzburger Festspiele 2019 Eröffnung in der Felsenreitschule/ Foto: © Christa Linossi
Peter Sellars Foto: © Ruth Walz

Auszug aus der Festrede von Peter Sellars: „Der Klimawandel hat uns zu einer staunenswerten und eindringlichen Entwicklung geführt. Wir können uns nicht mehr als einzelne isolierte Nationen begreifen, wir sind eine geografische Einheit. Der Klimawandel fordert jede Nation dieser Erde, fordert jede Gruppierung, jeden Erwachsenen, jedes Kind. Der Klimawandel verlangt nach Gleichberechtigung, nach Gemeinschaften, Netzwerken und Strukturen, die es uns ermöglichen, auf Augenhöhe zu handeln. Heute, in diesem aufwühlenden Augenblick der Menschheitsgeschichte, geht die junge Generation mit Entschlossenheit und Idealismus auf die Straße. Kinder sprechen eindringlich mit ihren Eltern. Sprecht weiter! Ihr habt den größten Einfluss auf euere Eltern! Und ihr Eltern, hört auf euere Kinder! Unsere Generation war die Generation der Imperien und der Konsumgesellschaft. Jetzt ist es an der Zeit, eine neue Generation von engagierten, schöpferischen, fürsorgenden jungen Menschen willkommen zu heißen“.

Der Bundespräsident gibt Autogramme / Foto: © Christa Linossi
Auch Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein bei der Eröffnung der Salzburger Festspiele 2019 / Foto: © Christa Linossi

Galerien und Museen präsentieren sich wieder mit internationalen Künstlern im Rampenlicht. Sie stehen den Festspielen keineswegs hinten nach, befindet sich doch wieder internationales Publikum aus Wirtschaft, Politik und Kunst in der Festspielstadt Salzburg.

Terrassen Talks stehen fast täglich auf dem Programm.  Dirigenten, Opernsänger, Schauspieler und Regisseure präsentieren mit diesen Talks ihre Arbeit. Eine Vernissage jagt die andere, Staatspreise werden und wurden vergeben.

Der Salzburger Schriftsteller Karl-Markus Gauß erhält Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 2019/ Foto: © Christa Linossi

Salzburg ist wieder die Spielwiese der Hochkultur, der Reichen und Schönen und stellt sich wieder in den Mittelpunkt als Weltmetropole.

Festspielgäste im Festspielbezirk nach der Eröffnung / Foto: © Christa Linossi
Festspielgäste im Festspielbezirk nach der Eröffnung / Foto: © Christa Linossi

Bis 31. August werden 199 Aufführungen in 43 Tagen an 16 Spielstätten geboten. Die Themen sind heuer die Mythen der Antike.

TerrassenTalk Salzburger Festspiele 2019 zu Mozarts Oper IDOMENEO

Terrassen Talk Salzburger Festspiele 2019 zu Mozarts Oper IDOMENEO: Foto: Christa Linossi

Antonio Cuenca Ruiz (Dramaturgie) im Gespräch mit dem Regisseur Peter Sellars, dem Dirigent Teodor Currentzis und dem Choreograf Lemi Ponifasio zur Mozart Oper IDOMENEO

Zur diesjährigen Eröffnungsoper, Mozarts IDOMENEO arbeiten zwei großartige Künstler in Salzburg wieder miteinander. Es handelt sich um den Regisseur Peter Sellars und den Dirigent Teodor Currentzis.

TerrassenTalk mit Lemi Ponifasio Teodor Currentzis und Peter Sellars/
Foto © Anne Zeuner Salzburger Festspiele
 

Peter Sellars: Der US-Amerikaner wurde 1957 in Pittsburgh, Pennsylvania geboren und gehört weltweit zu den wichtigsten Opern- und Theaterregisseuren. Er studierte an der Phillips Academy in Massachusetts und an der Harvard Universität. Er hat sich mit seinen bahnbrechenden und innovativen Interpretationen von Meisterwerken und mit Gemeinschaftsprojekten in Zusammenarbeit mit einer außerordentlichen Bandbreite an Kunst-schaffenden internationales Ansehen erworben.

Peter Sellars wird am 27. Juli 2019 in der Felsenreitschule die Festrede bei der Eröffnung der Salzburger Festspiele 2019 halten. Der Titel seiner Rede heißt: „Listening tot he urgency of ecological civillization in the next generation“ (Das Meer als Erzähler: Globaler Wandel und kulturelles Wirken – Die Bedeutung und Dringlichkeit einer ökologischen Zivilisation für die nächste Generation“.

Teodor Currentzis: wurde 1972 in Athen geboren und ist ein griechisch-russischer Dirigent, Musiker und Schauspieler.Im Alter von zwölf Jahren besuchte er Kurse für Violine und 1987 studierte er Dirigieren am Nationalen Konservatorium in Athen. Er studierte dann am Petersburger Konservatorium bei Ilja Musin weiter. Von 2004 bis 2010 war er Chefdirigent am Nowosibirsker Staatlichen Akademischen Opern und Ballettheater in Nowosibirsk. Bei den Salzburger Festspielen dirigierte er 2017 zum ersten Mal.

Antonio Cuenca Ruiz: „Wer der Regisseur ist und wer der Dirigent, das sei bei Peter Sellars und Teodor Currentzis oft nicht so leicht zu unterscheiden.

Dirigent Teodor Currentzis zu Peter Sellars: „In der Produktion gehe es darum, Probleme anzusprechen und wer sei dafür besser geeignet als Peter Sellars. Das Wort Regisseur werde ihm gar nicht gerecht, denn er ist viel mehr als das. Er lädt uns mit seiner Arbeit gewissermaßen in seine spirituelle Praxis ein“. Sellars setzt auf Kommunikation, führt uns alle zu Problemlösungen und setzt dabei auf Humanität mit einer enormen Energie. Es ist ein Privileg mit ihm zu arbeiten, so der Dirigent Currentzis.

Peter Sellars und Teodor Currentzis /
Foto © Anne Zeuner Salzburger Festspiele

Peter Sellars lobt wiederum den Dirigenten: „Was Teodor auszeichnet, ist seine Gabe Licht an unerwartete Orte zu bringen. Er ist ein echter Visionär. Zu beobachten wie Teodor Currentzis bei der ersten Probe mit dem Freiburger Barockorchester ein „atmosphärisches Gesamterlebnis“ geschaffen habe, sei beeindruckend gewesen. Takt für Takt, Note für Note habe er jedes Detail mit den Musikern besprochen. Mit seiner Arbeitsweise schaffe er es immer wieder Räume für die Sänger zu schaffen, in denen sie ihr Potenzial voll und ganz freisetzen könnten.“

Moderator Antoni Cuenca Ruiz: Vor zwei Jahren inszenierten Sellars und Currentzis mit großem Erfolg die Mozart Oper La clemenza di Tito.  In dieser Oper ging es um Vergebung. In Idomeneo geht es um einen Vater, der meint, dass er seinem Sohn hilft, ihn aber in Wirklichkeit aber opfert. Es ginge nun auch um die Meinung, wie man über die Kraft der Gerechtigkeit und Versöhnung und einen Weg zur Demokratie finden kann. Man sollte damit einer neuen Generation neue Chancen geben, ergänzt Teodor Currentzis. „Wenn wir unsere Ansichten jetzt nicht überdenken“, sagt er, „dann existieren wir in 100 Jahren vielleicht nicht mehr“. Currentzis spielt auf den Vater-Sohn-Konflikt in der Oper an: „Wir sollten aufhören, Schuld in uns zu tragen und diese auf unsere Kinder und Kindeskinder zu übertragen. Über Schuld kann der Mensch nicht geheilt werden.“

Peter Sellars:Wir arbeiten in diesem Sommer bei den Salzburger Festspielen an Mozarts erster großer Oper Seria: Idomeneo. Diese Oper stammt von einem 25-jährigen (18. Jahrhundert), der der Welt mitteilt, dass die Zeit reif ist für eine ernsthafte Veränderung. Es ist Zeit für eine neue Generation, die die Macht übernimmt und Entscheidungen mit neuen Prioritäten, einer neuen Energie und einer neuen Entschlossenheit trifft, um die Welt radikal zu verändern. Nun schreiben wir bereits das 21. Jahrhundert und die Oper hat noch immer Gültigkeit und auch hier müssen wiederum Visionen neu angedacht werden: „Wir stehen beim Thema Klimawandel weltweit vor einer riesigen Herausforderung“, sagt der Regisseur. Egal ob Indonesien, Paris oder New York, es handele sich um ein globales Problem, für das eine neue Form der Kommunikation gefunden werden müsse. Wir müssen uns über alle politischen und ethnischen Trennlinien hinwegsetzen. Das Thema Ozean sei altbekannt aus der Mythologie. Doch dieser Ozean, das sei nicht eine Wassermasse, nein, der Ozean, das seien Millionen von Lebewesen. Daher müssen wir lernen mit dem Ozean zu verhandeln und mit ihm in Kontakt zu treten.“

Genau aus diesem Grund hat Peter Sellars den Choreografen Lemi Ponifasio engagiert, da er der perfekte Mann für die Choreografie ist. Lemi Ponifasio ist in Samoa im Pazifik geboren. Bereits 2006 arbeitete er mit Ponifasio zusammen.

Lemi Ponifasio: ist 1954 in Lano Samoan geboren. Lemi Ponifasio ist Regisseur, Künstler, Tänzer, Designer und Choreograph aus Samoa und Neuseeland. 1995 gründete er die MAU in Auckland, wo er mit Communities und Künstlern aus aller Welt zusammenarbeitete.

Kiribati, eine Insel in Polynesien, wird wohl als eine der ersten Insel in Polynesien sein, die verschwinden wird, wenn der Meeresspiegel weiter ansteigt. Als Ponifasio nach Kiribati flog, um mit Einheimischen zu sprechen, kannte niemand Mozart. Das habe sich mittlerweile geändert. Die Einheimischen haben Mozart als eine Art Weltbürger erkannt. Ponifasio, wolle mit seiner Arbeit an dieser Produktion mit dem Tanz Räume der Stille schaffen. „Die Tänzer existieren zwischen den Noten, sagt er. Sie seien ein Baum, der einerseits fest verwurzelt ist, sich aber mit seinen Blättern immer dem Licht zuwende. Der Tanz solle dazu beitragen, Wunden zu heilen. Dabei spiele das finale Ballett eine große Rolle.“

Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)

IDOMENEO

Drama per musica in drei Akten KV 366 /1781)

Premiere: 27. Juli 2019 in der Felsenreitschule in Salzburg

Ars Electronica Futurelab präsentiert Swarm Arena in Zusammenarbeit mit NTT in Tokio


© Fassadenvisualisierung Waltraut Cooper / Fotocredit: Robert Bauernhansl /

Das war 2016:

Deep Space 8K präsentierte mitunter „toward 2020 by NHK“. NHK eine öffentliche Rundfunkanstalt Japans. Im August 2016 wurde testweise die erste Übertragung in Super Hi-Vision 8K gestartet. Es war faszinierend, die Bildwelten in der intensiveren Darstellung der Realität durch die Technologie 8K Super Hi-Vision auf der 16 mal 9 Meter großen Wand- und Bodenprojektion zu betrachten.

Das Non plus Ultra Highlight war wohl die mit Intel präsentierte Europapremiere von „DRONE 100 – Spaxels über Linz“. Horst Hörtners (Senior Director Ars Electronica Futurelab) Aussage zur Premiere: „Seit 2012 haben wir viele Shows in aller Welt gemacht, der Flug in Linz war für uns aber etwas Besonderes, die Dronen kehrten zurück und wir wollten hier in Linz unbedingt zeigen, was wir können und waren daher auch ein bisschen nervöser als üblich.“ Die Präsentation ist voll gelungen und ich konnte miterleben, wie die 100 Weltrekorddrohnen zu ihrem Tanz abhoben.

und 2019 inszeniert sich Ars Electronica Futurelab wieder und es ist ein weiterer Schritt in die Zukunft


© Ars Electronica

Am 05.07.2019 veröffentlicht
NTT and Ars Electronica Futurelab offer an insight into their joint research and present a new swarm of robots for art, entertainment and sports. The innovative swarm technology was presented in several performances in July 2019 at the Miraikan in Tokyo, Japan.

Am Anfang stand ein gemeinsames Forschungsinteresse: zusammen mit dem japanischen Telekommunikationsunternehmen NTT (mit dem Ars Electronica immer wieder zusammenarbeitet) bieten nun einen Einblick in ihre gemeinsame Forschung und präsentieren die ersten Ergebnisse der Forschung.

Swarm Arena – Neue Perspektiven für Kunst, Entertainment und Sport Die Aufführungen im Miraikan sind Teil eines gemeinsamen Forschungsprojekts des japanischen Telekommunikationsunternehmens NTT und des Ars Electronica Futurelab und präsentiert wurde diese innovative Schwarmtechnologie Anfang Juli 2019 im Miraikan – The National Museum of Emerging Science and Innovation in Tokio.

Swarm Arena / Fotocredit: Ars Electronica Futurelab / Raphael Schaumburg-Lippe

Gezeigt wurden aus mehreren Bodenrobotern zusammengesetzter Robobterschwarm, dieser vermittelte den ZuseherInnen die vielfältigen Aspekte von sportlichen Großereignissen auf eine Weise, die die Grenzen eines herkömmlichen rechteckigen Videoformats überschreitet. Die moderne Alchemistin Akiko Nakayama und der Musiker Ei Wada wagten ebenfalls ein Experiment gemeinsam mit dem Roboterschwarm, um daraus neue kreative Möglichkeiten der Schwarmtechnologie die Kunst neu zu inszenieren.

Swarm Arena / Fotocredit: Ars Electronica Futurelab / Raphael Schaumburg-Lippe

Auszug aus dem Pressetext Ars Electronica:

Während der Schwerpunkt zunächst auf der drohnengestützten Navigation und Beschilderung lag (Swarm Compass, 2017), verlagerte sich der Fokus schnell auf komplexere Anwendungen von Schwarmtechnologien, die sowohl Drohnen als auch Bodenroboter verwenden (Swarm Arena, 2018). Jetzt ist abermals ein neuer Schritt der Forschung erreicht – das Ars Electronica Futurelab und NTT schaffen eine neue Art des Public Sports Viewing mit den Bodenrobotern und gestalten ein reisendes Labor für Kunst, Sport und Gesellschaft. NTT – Ein Experte für Telekommunikationssysteme Das japanische Telekommunikationsunternehmen Nippon Telegraph and Telephone (NTT) bietet Telekommunikationsdienste in ganz Japan an und forscht an der Weiterentwicklung von Telekommunikationssystemen im Allgemeinen. In der gemeinsamen Forschung mit dem Ars Electronica Futurelab stellt NTT die für eine Performance wie die in Miraikan notwendigen Kernkompetenzen zur Verfügung – von der hoch entwickelten Bildübertragung und Informationsdatenanalyse im Sport bis hin zu neuen Formen des Interaktionsdesigns. Miraikan Tokio – Japanisches Nationalmuseum für aufstrebende Wissenschaft und Innovation Das Japanische Nationalmuseum für aufstrebende Wissenschaft und Innovation in Tokio veranstaltet die Performanceserie, die Einblicke in die Robotik-Schwarmforschung von NTT und dem Ars Electronica Futurelab bietet. Die Aufführungen finden im Rahmen einer von NTT kuratierten größeren Ausstellung mit dem Titel „Sports Viewing Re-Imagined“ statt, die möglichen zukünftigen Entwicklungen bei der Beobachtung großer Sportereignisse zeigt“.

Das Ars Electronica Futurelab wurde 1996 als Atelier und Labor gegründet und ist seither das künstlerisch-wissenschaftliche Think-Tank, Forschungs- und Entwicklungsmotor der Ars Electronica. Das Ars Electronica Futurelab arbeitet mit Partnern aus Industrie, Kreativwirtschaft, Kunst sowie aus dem akademischen bzw. Bildungsbereich auf der ganzen Welt zusammen.

Wissenschaft und Kunst zielt konsequent, blitzschnell und ohne Unterbrechung auf die Öffentlichkeit ab .

IM FLUSS Hallein 30 Jahre nach dem Salzabbau

Skulptur von M. Gruber Schiffer Hallein auf der Salzach / Foto : Christa Linossi

„Nichts verschwindet – alles ändert sich!“

…ist das unterliegende Thema dieser künstlerischen sowie historischen Ausstellungen im alten Salzlager auf der Pernerinsel in Hallein.

Die Stadt Hallein und seine Kultur-Kunstszene bespielt wieder die Alte Saline auf der Pernerinsel und ist Austragungsort und Impulsgeber künstlerischer Auseinandersetzung der bewegten Geschichte der Salzstadt, die vor 30 Jahren den Salzabbau einstellte. Der Titel „IM FLUSS“ ist Programm für die künstlerische und historische Schau, die sich mit der wechselhaften Geschichte Halleins beschäftigt.

Donnerstag, 20. Juni 2019 wurde die Ausstellung „IM FLUSS. Spurensuche auf der Pernerinsel“ mit den Künstlern Wang Jixin und Matej Dzido eröffnet. Die Ausstellung läuft noch bis 24. August 2019

IM FLUSS_Wang Jixin _Matej Dzido Foto: © Manuel Keser
IM FLUSS_Wang Jixin _Foto © Manfred Siebinger

Der chinesische Künstler Wang Jixin wurde von „SUDHAUS hallein.kultur“ und der Stadt Hallein eingeladen, Kunstwerke für die Ausstellung „IM FLUSS Hallein 30 Jahre nach dem Salzabbau“ zu schaffen und so begab er sich auf Spurensuche der Identität Halleins und dessen Salz-Erbe.

IM FLUSS_Wang Jixin _Matej Dzido Foto: © Manuel Keser

Wang Jixin der sich seit Jahren mit wirtschaftlichen Brüchen und sozialem Wandel beschäftigt, thematisiert in der Alten Saline die Rolle des Salzes und dessen Einfluss auf Halleins Identität.

(Bereits (2009-2011) verarbeitete er die abrupte Schließung der jahrtausendalten kaiserlichen Porzellanmanufaktur in Jingdezhen (China) in seinem monumentalen Werkzyklus „Lost Glory“.)

Daher war es für ihn auch naheliegend dieses Angebot von Hallein anzunehmen und eine einfühlsame Schau auf die Kultur und Tradition für Hallein zu werfen und Werke für diese Ausstellung zu schaffen. Der Künstler setzte sich intensiv mit der Geschichte der Stadt Hallein und den Details der Salzgewinnung auseinander und suchte in Archiven nach historischen Bildern und Dokumenten, um hier eine Basis für seine monumentalen Ölgemälde zu finden.

IM FLUSS_Wang Jixin _Matej Dzido Foto: © Manuel Keser

Die Auseinandersetzung des Künstlers beruht darauf, dass er eine gewisse Wertschätzung gegenüber dem Menschen bringen will, die mit dem Salzabbau konfrontiert, deren Arbeit und deren Leben war. Interessanter Ansatz wäre zum Beispiel auch die Idee, eine Gegenüberstellung zwischen CHINA dem Porzellan und HALLEIN dem Salz zu widmen. Welche Parallelen finden sich, obwohl durch X-Tausende KM weit entfernten Ländern?

IM FLUSS_Wang Jixin _Foto © Manfred Siebinger
IM FLUSS_Wang Jixin, Fotomontage 2019 © Wang Jixin

Exzellent inszeniert wird die Ausstellung von den monumentalen farbenprächtigen Werken in den Räumlichkeiten der Alten Saline. Des Weiteren wird sie mit einer 30-minütigen eigens dafür komponierten Ausstellungsmusik begleitet. Die Musik, die fokussiert ist auf die Salzarbeiter, die ihre Arbeit verloren haben, sich kämpferisch zeigen und sich somit zum Hoffnungsträger entwickeln und sich noch ringen um die unbekannte Zukunft. Matej Dzido trieb das Ungewisse und die Neugier zu dieser ersten Koproduktion mit dem bildenden Künstler zu einem musikalischen Neuland an.

Der Salzabbau, der vor 2500 Jahren von den Kelten ins Leben gerufen wurde, ist zwar beendet, aber der Geist dieser Zeit lebt weiter bis heute und ist die Botschaft, die die Bilder vermitteln wollen.

Informationen zum Künstler: Wang Jixin geboren 1966 in der chinesischen Provinz Shandong, studierte an der renommierten Central Academy of Fine Arts (CAFA) in Peking. In seinem künstlerischen Werk beschäftigt er sich mit Geschichte und Geschichten von Kulturen und deren Vergänglichkeiten. Er lebt und arbeitet seit 2013 in Salzburg. http://www.wangjixin.at/artist/

Christa Linossi im Gespräch mit Jixin Wang Foto: © Werner König

Matej Dzido (*1993 Laibach, Slowenien) ist Pianist und Komponist. Sein Klavierstudium am Mozarteum Salzburg absolvierte er mit ausgezeichnetem Erfolg

https://www.imfluss.art/de

Sollten Sie an „HalleinerG’schichten“ interessiert sein? www.halleinergschichten.com

DOMQUARTIER Salzburg Das barocke Rom im Nordoratorium des Salzburger Doms

Gianlorenzo Bernini (1598-1680), Atelier
Entwurf für das Reiterstandbild an der Scala Regia, St. Peter, Rom, 1665; Terracotta © DQS/Salzburg Museum

von Bernini bis Rubens  aus der Sammlung Rossacher

Im Mai 2019 feierte das Domquartier Salzburg sein 5-jähriges Bestehen und es wurde zu einem der meistbesuchten Museen in Salzburg. Das DomQuartier ist mehr als nur ein Museum, es erzählt auch Geschichte und setzt sich mit seinen großartigen Sonderausstellungen immer wieder auch mit der Kunst BAROCK auseinander.

Nach Pietro da Cortona (1596-1669)
Glorie des Hauses Barberini und Papst Urbans VIII.
Wiederholung des Mittelteils des Deckenfreskos im Salone grande des Palazzo Barberini, Rom, nach 1632; Öl auf Leinwand © DQS/Salzburg Museum

Da Salzburg auch als „Rom des Nordens“ bezeichnet wird, ist es natürlich sehr naheliegend das immer wieder in den Ausstellungen die bedeutendsten Künstler der Barockzeit gezeigt werden. Ein großer Sammler war Kurt Rossacher (1918-1988) ein gebürtiger Grazer, war ein österreichischer Kunsthistoriker und Kunstsammler und Gründer des Salzburger Barockmuseum (Mirabellgarten 1973) jedoch wurde die Sammlung Rossacher 2012 in das Salzburg Museum integriert und das Barockmuseum geschlossen.

Rom die Geburtsstätte des Barocks und seit Jahrhunderten das religiöse und kulturelle Zentrum Europas. In einer Sonderausstellung werden im Nordoratorium des Salzburger Doms aus der Sammlung Rossacher (ca. 150 Arbeiten) wichtige Vertreter des Römischen Barocks gezeigt:

Allegorie der Justitia, Giovanni Battista Gaulli
  • Pietro da Cortona (1596-1669)
  • Alessandro Algardi (1598-1654)
  • Gianlorenzo Bernini (1598-1680)
  • Antonio Raggi (1624-1686)
  • Carlo Maratta (1625-1713)
  • Giovanni Battista Gaulli, gen. II Baciccio (1639-1709)
  • Benedetto Luti (1666-1724)
  • Gregorio Guglielmi (1714-1773)
  • Domenico Corvi (1721-1803)
  • Anton Raphael Mengs (1728-1779) Die barocke Kunstrichtung endet mit Anton Raphael Mengs.
  • Mariano Rossi (1731-1807)
  • Peter Paul Rubens (1577-1640) war ein Auftrag in Rom von besonderem Wert für seine weitere Laufbahn und er ist der große Vermittler italienischer Kunst in den Norden. Peter Paul Rubens wurde 1598 in die Malergilde von Antwerpen aufgenommen. 1600 ging er nach Italien, um dort Tizian und Veronese zu studieren. Es folgten Studien- und Arbeitsaufenthalte in Rom, Madrid, Genua und Mailand. 1608 kehrte er nach Antwerpen zurück.
Peter Paul Rubens (1577-1640)
Die Patrone der Oratorianer: Die hll. Maurus, Gregor d. Gr., Papianus, Nereus, Flavia Domitilla und Achilleus
Ölskizze für das Altarbild in Sta. Maria Valicella, Rom, 1608; Öl auf Leinwand © DQS/Salzburg Museum

Diese Sonderausstellung mit Beispielen römischer Kunst ist mit dem Thema in der kommenden Ausstellung in den Räumlichkeiten der Residenzgalerie abgestimmt. Die Schau „Goldene Zeiten. Holländische Malerei des 17. Jahrhunderts“ mit Meisterwerken aus dem Sammlungsbestand der Residenzgalerie Salzburg und der Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien wird am 3. August 2019 eröffnet.

Zwei Sonderschauen, welches das DomQuartier präsentiert, sind das Kernthema des Barocks und sind thematisch verbunden und treten miteinander in einen Dialog. Von der Residenzgalerie über die Dombogenterrasse in das Nordoratorium des Salzburger Doms wird der Gang zu einer spannenden Expedition durch die Barockzeit.

„Ein Entwurf stellt ein Projekt in der vollen Kühnheit der schöpferischen Phantasie dar“ Kurt Rossacher

RULE OF THREE / SOMMERSZENE 2019 Salzburg

Montag, 17. Juni 2019 wurde die Sommerszene 2019 im SZENE THEATER mit der Produktion RULE OF THREE des belgischen Choreograph Jan Martens eröffnet.

RULE OF THREE – SommerSzene2019-Jan-Martens@SommerSzene_BernhardMueller

Ich habe mir das Stück angesehen und war von der Inszenierung begeistert bis auf die Schlussszene, dann musste ich feststellen, schade, es hatte einen etwas faden Beigeschmack, der das Stück in der Qualität etwas fallen ließ. Warum?

SommerSzene 2019 Jan Martens – RULE OF THREE – @SommerSzene_BernhardMueller

RULE OF THREE (Übersetzt: Dreierregel oder Regel von Drei, die Dreierregel ist somit in jeder Lage des Lebens anzuwenden. Angewendet auch beim Survivaltraining) nennt Jan Martens sein aktuelles Stück, das seinen thematischen Ausgangspunkt bei der menschlichen Fähigkeit nimmt, blitzschnell von einem Moment zum nächsten zu springen. Der Saal des SZENE THEATER begann ohne Licht und der Raum war nicht erkennbar, ein Tänzer, dann tauchten zwei weitere Tänzer aus dem Nichts auf und dazu setzte lautstarke perkussive Musik des amerikanischen Komponisten NAH (live) ein. Das exzellente Tänzertrio (Julian Josse, Steven Michel, Courtney May Robertson) inszenierte sich zu einer perfekten Performance und lies sich von dieser Musik weiter antreiben. Der amerikanische Komponist NAH der mit live gespielten und vorprogrammierten Drums, Found Sounds und bearbeiteten Rock-, Hiphop- und Jazz Samples brachte den Saal zum Beben – nicht weil das Publikum tobte – sondern mit seinen kraftvollen Rhythmen, Lichteffekten und dynamischen Bewegungen des Tänzertrio. Eine Reise in das 21. Jahrhundert der Rastlosigkeit des urbanen Lebens, Nachtclubs Atmosphäre, das Pulsieren der Städte und die Erfahrung sich in der Fülle der Informationen durch die Digitalisierung sich zu verlieren, kamen hier zum Ausdruck.

SommerSzene 2019 Jan Martens – RULE OF THREE – @SommerSzene_BernhardMueller

Der Abschluss der Performance, endete mit den nackten Körpern des Tänzertrios. Keine Musik mehr, die Tänzer performten sich in Dreiecke, in liegenden ruhenden Körpern, klebten wieder einander und keiner des Publikums – es war verdammt ruhig im Publikum – kannte sich aus und man wartete wahrscheinlich darauf, was nun passieren würde, aber es passierte nichts. Meine Frage: wollte Jan Martens darauf hinweisen, wie der Anfang der Menschheit war? Nackt ins Leben getreten? Sich weiterentwickelte? Zurück zum Ursprung des Lebens? Worum ging es ihm in dieser Schlußszene, die für ihn so wichtig war?

Auf alle Fälle war RULE OF THREE eine rebellische, leidenschaftliche Choreografie mit einem perfekten Tänzertrio. Eine Konzert-Performance zwischen Kurzgeschichtensammlung und zeitgenössischer Dramen und Alltagsereignissen des 21. Jahrhunderts.

FESTUNGSMUSEUM NEU „HOHEN STOCK“

Das Festungsmuseum befindet sich auf der der imposanten Burganlage Festung Hohensalzburg aus dem 11. Jahrhundert.


Salzburger Burgen und Schlösser


So entwickelte sich die Festung Hohensalzburg im Laufe der Jahrhunderte.

Die Festung Hohensalzburg ist ein echter Blickfang hoch über den barocken Türmen der Stadt und diese Festung erzählt Geschichte! Das Festungsmuseum in Kooperation mit dem Salzburg Museum setzt auf die Weiterführung der 2016 in der Neuen Residenz eröffneten Ausstellung „Erzähl mir Salzburg!“ Im „Hohen Stock“ der Festung folgt das neue inhaltliche Konzept dem Prinzip des Storytellings. 10 Räume ca. 1400 qm Ausstellungsfläche und jeder Raum erzählt eine Geschichte.

Ausstellungsansicht „Die Baugeschichte der Festung“ © Salzburg Museum/Bianca Würger

Die Geschichte von Salzburg mit verschiedenen Aspekten eingebunden rund um die Festung Hohensalzburg. Dabei stehen die Kunst, Kultur und Geschichte von Salzburg weiterhin im Fokus.

Die Festung zählt durch ihre herausragende Lage über der Altstadt und im Zentrum des UNESCO-Weltkulturerbes zu den geschichtsträchtigsten und gleichzeitig touristischen attraktivsten Orten Salzburgs.

Schwerpunkt dieser neu gestalteten Ausstellungsräumlichkeiten ist das MITTELALTER und viele Geschichten stammen aus dem Mittelalter. Informationen gibt es auch von den Erzbischöfen geprägten Leben im mittelalterlichen Salzburg. Vor genau 500 Jahren (Juni 1519) wurde Matthäus Lang (Matthäus Lang von Wellenburg (1519-1540) war humanistisch gebildet, aber ein absolutistisch herrschender Landesfürst) zum Erzbischof von Salzburg inthronisiert.

Ausstellungsansicht „Waffen im Mittelalter“ © Salzburg Museum/Kilian Bochnig
Ausstellungsansicht „Waffen im Mittelalter“ © Salzburg Museum/Kilian Bochnig

Die Ausstellung umfasst 12 Kapiteln:

  • Die Baugeschichte der Festung                                                                     Der Einführungsraum widmet sich mit einer filmischen Animation von Stefanie Hilgarth und Wolfgang Haas der Baugeschichte der Festung seit dem 11. Jahrhundert.
  • Die Salzburger Erzbischöfe                                                                    Der Ausstellungsbereich informiert über die Geschichte der Salzburger Erzbischöfe und deren besonderen Status.
  • (Die Stadt) Salzburg im Mittelalter                                                         Mit einer Animation widmet sich der Ausstellungsbereich der Stadtansicht von Salzburg in der Schedelschen Weltchronik aus dem Jahr 1493.
  • Ernährung und Kochen im Mittelalter                                                     Die eingerichtete Küche bildet den Rahmen für illustrierte Erläuterungen zur mittelalterlichen Gesellschaftsordnung und der Ernährungsgepflogenheiten der Bevölkerung.
Ausstellungsansicht „Der Mönch von Salzburg und die Musik im Mittelalter“ © Salzburg Museum/Bianca Würger
Blick in den Ausstellungsraum „Spielen und Spielzeug im Mittelalter“ © Salzburg Museum/Bianca Würger
  • Paracelsus und Salzburg                                                                        Der Ausstellungsbereich widmet sich dem Wirken von Theophrast von Hohenheim, genannt Paracelsus, in Salzburg und lädt ein zu einer Spurensuche, die Einblicke in sein Leben.
  • Waffen im Mittelalter                                                                                          Als Einblick in ein Arsenal historischer Waffen thematisiert der Ausstellungsraum militärische und politische Konflikte.
  • Der Mönch von Salzburg und die Musik im Mittelalter                              Im Zentrum des Ausstellungsbereiches steht das Werk des anonym gebliebenen Mönchs von Salzburg.
  • Die Kapelle                                                                                              Die Kapelle von Erzbischof Leonhard von Keutschach bildet den Präsentationsrahmen für eine zeitgenössische Arbeit von Gerold Tusch.
  • Wohnen und Kunsthandwerk                                                    Ausgewählte Möbel und Erzeugnisse des Kunstgewerbes liefern Einblicke in gehobene Alltags-, Wohn- und Festkulturen.
  • Münzschatz                                                                                           Bei Grabungen in der ehemaligen Silberkammer im Hohen Stock wurde im Jahr 1997 ein verstreuter Goldschatz entdeckt.
  • Spielen und Spielzeug im Mittelalter                                               Archäologische Funde von mittelalterlichem „Spielzeug“
  • Archäologie – Spurensuche in der Vergangenheit                                        Am Ort der archäologischen Ausgrabungen der 1990er Jahre liefert der Ausstellungsraum mit der Spitze des Festungsberges.
Ausstellungsansicht „Spielen und Spielzeug im Mittelalter“ © Salzburg Museum/Bianca Würger
Ausstellungsansicht „Paracelsus und Salzburg“ © Salzburg Museum/Kilian Bochnig

Das Team des Salzburg Museum hat auch auf die Herkunft der BesucherInnen reagiert und so wurden gezielte Medien- und Sprachangebote angewandt. So gibt es beispielsweise Wandtexte in „Mandarin“. Des Weiteren wurde auch eine „Leichte und klare Sprache“ verwendet, um allen BesucherInnen dabei zu helfen, sich rasch über das Mittelalter in Salzburg zu informieren.

Die Ausstellung wird zu einem spannenden Museumserlebnis für Jung und Alt.

http://www.salzburgmuseum.at/index.php?id=standort_festungsmuseum

steirischer herbst’2019

vom 19.September 2019 – 13.Oktober 2019

© Foto: Christa Linossi

Das interdisziplinäre Festival für zeitgenössische Kunst, das 1968 in einem herausfordernden politischen und geografischen Kontext gegründet wurde; in einem Land, das viele historische Leichen im Keller hatte, und in einer Stadt, die in einer Grenzregion des Kalten Krieges lag, steht wieder in den Startlöchern und eröffnet in Graz am 19. September 2019 seinen 52. steirischen herbst

Anna Clementi und Angela Wingerath bei Proben zu Zorka Wollnys Performance fürsteirischer herbst ’19, Berlin, 2019, Foto: Zorka Wollny 
Nedko Solakov, “a lost cold war spy, Skizze, 2019, courtesy the artist 

Ekaterina Degot (1958, Moskau) ist Kunsthistorikerin, Forscherin und Kuratorin und wurde 2018 für fünf Jahre zur Intendantin und Chefkuratorin des steirischen herbst bestellt. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf ästhetischen und gesellschaftspolitischen Fragen in Russland und Osteuropa vom 19. Jahrhundert bis zur postsowjetischen Ära.

2018 startete Ekaterina Degot mit ihrem kuratorischen Team das Projekt VOLKSFRONTEN mit den vielfältigen und ambivalenten Bedeutungen dieses Begriffs. Thematisiert wurden die Geschichte und das aktuelle politische Klima in Österreich und Europa. Somit schließt das Festival 2019 unmittelbar daran an und geht den zerstörerischen Widersprüchen und dem unheimlichen Charme des Habsburgischen Europa sowie seiner Bedeutung für den Rest der Welt tiefer auf den Grund. Das Kernprogramm des steirischen herbst’19 trägt den Titel „Grand Hotel Abyss – Grand Hotel Abgrund“.

Eine schlagende Metapher „Grand Hotel Abgrund“, so nannte der ungarische Philosoph Marxist Georg Lukács, nicht zuletzt wegen ihres teilweise großbürgerlichen Hintergrunds, die Intellektuellen und Kulturschaffenden des „Instituts für Sozialforschung“, jener berühmten „Frankfurter Schule“, welcher die gesellschaftskritische Sozialwissenschaft entscheidende Impulse verdankt.

Ian Hamilton Finlay, Neoclassicism Needs You, Postkarte, Ort und Jahr unbekannt, courtesy of the Estate of Ian Hamilton Finlay 

Auszug aus dem Pressetext „steirischer herbst‘19“

„Der tägliche Anblick des Abgrunds, zwischen behaglich genossenen Mahlzeiten oder Kunstproduktionen, kann die Freude an diesem raffinierten Komfort nur erhöhen.“ Lukács´ Bild entspricht der Selbstdarstellung von Graz und dem umliegenden österreichischen Bundesland Steiermark als Genussregion, als kulinarische und ästhetische Wohlfühlzone. Graz und die Steiermark gehören zu den zahlreichen Blasen aus gehobener Gastronomie, Wellness und Bio-Komfort, die in Zeiten zunehmender Ungleichheit entstehen – Orte, die maßgeschneidert sind für Geschäftsreisende und Kulturtourist*innen, wo das Lob traditioneller Erzeugnisse beängstigende, Krypto nationalistische Untertöne hat und der Abgrund der radikalen gesellschaftlichen Exklusion, der Wirtschaftskrise und des entfesselten militärischen Konflikts lauert und in Zeitlupengeschwindigkeit näherkommt. Grand Hotel Abyss nimmt diese Situation als Ausgangspunkt für eine umfassendere Betrachtung des Hedonismus in Zeiten der nahenden Apokalypse. Das Festival blickt zurück auf seine Vorgeschichte in den turbulenten Tagen des beginnenden Kalten Krieges, als britische Offiziere, darunter auch der junge John le Carré, das Hotel Wiesler – das damals einzige wirkliche Grand Hotel der Stadt – übernahmen und ihr Hauptquartier im Palais Attems aufschlugen, in dem sich heute das Büro des steirischen herbst befindet. Das diesjährige Programm erzählt Geschichten über die Wohlfühlpolitik des Nationalsozialismus, über sexuelle Praktiken der Zukunft, über die unmögliche Entscheidung zwischen Faschismus und Nationalsozialismus, die Tirol in den 1930er-Jahren aufgezwungen wurde, und über Handelssanktionen für landwirtschaftliche Produkte im heutigen Russland – und es spult vor in eine dystopische Zukunft, in der die bestehenden Kulturinstitutionen der Stadt in Cafés umgewandelt werden.“

Jakob Lena Knebl, Richard (2019), Foto: Christian Benesch 

„Grand Hotel Abyss“ eine Fiktion? Der steirische herbst’19 wird zur Eröffnung am 19. September 2019 bei einer Abendveranstaltung überraschende Ereignisse liefern und sich anschließend in der gesamten Stadt zu einem vierwöchigen, dicht gewobenen kuratorischen Narrativ aus Performances, Bühnenproduktionen, Installationen und Filmen von KünstlerInnen aus aller Welt weiterentwickeln.

Diesmal gibt es auch eine Kooperation mit dem Literaturhaus Graz und der steirische herbst’19 nutzt das Literaturhaus erstmals als Ausstellungsort. Konzipiert wird eine Installation von Ekaterina Degot und David Riff mit dem Titel „The Life and Adventures of GL“ welches einen künstlerisch-kuratorischen Blick auf die Fiktionen und Mythen um Georg Lukács und seine titelgebende Metapher des Hotels am Abgrund wirft. Des weiteres kooperieren beide Institutionen für ein dreitägiges Festival mit dem Titel „Weltmaschine Österreich“. Die „Weltmaschine Österreich“ ist die Erfindung des oststeirischen Bauern Franz Gsellmann. https://www.steiermark.com/microsites/gsellmann-weltmaschine

Eines ist sicher, es wird wieder ein spannender „steirischer herbst‘19“ vom 19. September bis 13. Oktober 2019 mit seinem „Grand Hotel Abyss“ in Graz und der Steiermark, mit Parcours, Kunstwerken, Installationsprojekten und Filmproduktionen.

Vor 51 Jahren gegründet, bietet das Festival immer wieder neuen Produktionen eine Plattform, die öffentliche Debatten auf unterschiedliche Art und quer durch alle Disziplinen und Medien zu provozieren und konturieren. Der steirische herbst der sich immer wieder neu erfindet und die begrifflichen Grundlagen, was Kultur für das Zeitgenössische bedeuten könnten, neu definiert. Graz die Kulturstadt der Avantgarde.

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https://www.steirischerherbst.at